Archiv für Februar 2009

Ein paar Videos aus Polen…

Lech Poznań – Widzew Łódź



Śląsk Wroclaw – Arka Gdynia


Lech PoznaD – Górnik Zabrze

Wisła Kraków – Legia Warszawa

Widzew Lódz – Korona Kielce

Widzew Łódź – Stilon Gorzów

GKS Katowice – Śląsk Wrocław

Zagłębie Sosnowiec – Ruch Chorzów

Ruch Chorzów – Wisła Kraków

Ruch Chorzów – Polonia Bytom

Ruch Chorzów – Górnik Zabrze

In der Stadt gesehen…

Ultrà ausgebeutet!

Konsumenten & Profiteure oder: 100 % Deine Stadt, 150% Anti-Stadt
Folgender Text wurde von uns vor einigen Jahren im Gegen den Strom veröffentlicht. Leider ist er heute aktueller denn je. Macht Euch Gedanken drüber…

Das Problem an sich ist eigentlich schon uralt: Kaum hat sich irgendwo eine (Sub-) Kultur auch nur in Ansätzen etabliert, sind findige Geschäftsmänner am Start, die auf den anfahrenden Zug aufspringen und sich an der entsprechenden, neu entstandenen, Zielgruppe bereichern wollen. Und das leider oftmals mit großem Erfolg. Auch beim Fußball ist das Ganze nichts Neues. Der ein oder andere von euch wird sich mit Sicherheit noch an den „Sport Bock“ in Münchner Bahnhofsnähe erinnern. Schon vor Jahren beutete man dort die örtliche Szene aus, indem man Collagen unautorisiert vervielfältigte oder Choreoposter vom Champions League-Finale in Mailand verkaufte. Manch einer munkelt, dass sich einige Leute ihre Kohle auf anderem Wege zurückgeholt haben: Vielleicht gibt’s den Schuppen auch deshalb nicht mehr, schade drum ist’s in keinem Fall. Verlagert hat sich das ganze Geschäft aber nun ins Internet. Und mit dem Erstarken der Ultrà-Gruppen ist diese Zielgruppe attraktiv (und kaufkräftig!) wie nie zuvor.
Sport Bock treibt zum Beispiel als „world-of-football.de“ sein Unwesen und vertickt weiterhin Balkenschals sowie sämtliche Proll-Deppenmarken, die das deutsche Fußballherz begehrt. Die Zeichen der Zeit hat man auch kapiert, und so firmiert man neuerdings auch unter „ultra-bekleidung.de“. „Fanartikel, Sport & Fashion für die Fußballszene“: direkt in den geldgeilen Rachen des Landshuter Besitzers, der sich mit Sicherheit über seine Kunden schlapp lacht…
Dass das Zeug meist nicht nur scheiße ausschaut und den falschen Leuten Geld bringt, sondern man auch die Aussagen getrost in die Tonne treten kann, zeigt uns Sieg oder Spielabbruch (wahlweise unter 90min.de oder, Augen auf: hooliganhooligans.de). Mit „WE WANT YOU – FANCLUB STADIONVERBOT 2006“, „SOS – Sieg oder Spielabbruch!“, „SCHEISS HOLLAND“ mit durchgestrichenen Tulpen-, Käse- und Windmühlenlogos, dem obligatorischen „Fußball Ficken Alkohol“ sowie „100% Deine Stadt – 150% Anti Stadt“ Schriftzügen auf Shirts, Pullis und Polos gibt ein geistreiches Motiv dem anderen die Klinke in die Hand: zum Totlachen, wenn’s nicht so traurig wär’.
Dass der Bremer Profiteur den Spruch „Fußballfans sind keine Verbrecher“, findig wie er ist, sogleich auf ein (rotes!) Shirt hat drucken lassen und in seinem CD-Shop (neben durchaus hörenswerten Sachen…) Nazischund verkauft, macht das ganze nur noch schlimmer. Was das eigentlich besorgniserregende daran ist: Scheinbar kauft ihm den ganzen Mist auch noch jemand ab. Traurig. Allein der Stolz auf die eigene Gruppe und insbesondere auf unsere Aktivitäten im Kampf gegen Willkür und Repression sollte es einem also verbieten, dort einzukaufen! Ehrlicherweise muss man sagen, dass man in unserer Kurve erfreulich wenige Leute in der typisch deutschen „Ultrà-Uniform“ rumlaufen sieht, und das ist auch
gut so. Eine Abgrenzung von den ganzen Möchtegern Hooligans, Erste-Reihe-Boxern und sonstigem Pseudo-Troublemaker-Prolls die in den ganzen Kurven da draußen rumlaufen ist nämlich verdammt wichtig.
Jeder Cent in den Rachen dieser geldgeilen Profi teure ist ein Cent zuviel!
Boykottiert das Geschäft, das auf dem Rücken unserer Gruppe und unserer Subkultur gemacht wird!

„Ha! Erwischt! Den Text schreibt Ihr doch nur, damit die Leute die Schickeria-Klamotten kaufen! Kommerz!!!!“
Ja klar! Mal im ernst: Die Klamotten, die unsere Mitglieder an Spieltagen im Stadion kaufen können, werden von Leuten der Gruppe für die Gruppe gestaltet. Und die sehen logischerweise keinen müden Cent dafür (im Gegenteil: Da geht einiges an Zeit und Energie drauf!). Ganz davon abgesehen, dass wir immer darauf bedacht sind, die Verkaufspreise
des Materials möglichst moderat zu halten (ein gros unserer Mitglieder sind schließlich Schüler, Auszubildende und Studenten mit keinem oder nur sehr geringem Einkommen) wird jeglicher Gewinn umgehend wieder in die Gruppe investiert. Keiner wird sich jemals persönlich an den Verkaufseinnahmen bereichern. Die Herstellung von Fahnen, Choreos, Druckerzeugnissen und vielem mehr kosten eine ganze Stange Geld – mit jedem gekauften Gruppenartikel
unterstützt ihr die Gruppe in ihrem Werdegang und ihrer Entwicklung. Somit ist der Vorwurf, wir würden mit dem Materialverkauf unsere antikommerzielle Einstellung ad absurdum führen, nichts weiteres als heiße Luft und kompletter Blödsinn.. Natürlich schreiben wir niemandem vor, von Kopf bis Fuß mit Schickeriazeug bekleidet rumzulaufen…
doch: Wir zählen auf Euch: AUGEN AUF BEIM KLEIDERKAUF!

(aus dem GEGEN DEN STROM 1 05/06 )