Die Bayern kamen gerade recht…

Durch Äußerungen von Basler Polizei und Staatsanwaltschaft gegenüber den Medien sehen wir uns in unserem Verdacht bestätigt, dass es sich bei dem vollkommen überdimensionierten und unverhältnismäßigen Einsatz gegen Bayernfans vom vergangenen Dienstag um Maßnahmen handelte, welche dazu dienen sollten auf dem Rücken der Bayernfans ein möglichst spektakuläres und daher medienwirksames Exempel zu statuieren und zusätzlich den ausführenden Organen einen Imagegewinn zu verschaffen.

Dass dazu ein an sich unspektakulärer Vorfall herhalten musste, da ein spektakulärer „leider“ nicht vorhanden war, interessierte die verantwortlichen Handelnden anscheinend reichlich wenig. Der Plan wollte schließlich umgesetzt werden. Nur so ist es zu erklären, dass die Polizeipräsenz derart gestaltet war, dass einer handvoll Baselfans ein (vollkommen aussichtsloser) Angriff mitten in der Fußgängerzone überhaupt attraktiv erschien – unmittelbar danach aber überreichlich Polizeikräfte zur Verfügung standen. Die bereits vorbereiteten und mit Vereinswappen sowie Spielpaarung und –datum versehenen Zellen und den urplötzlich merkwürdig beschleunigten Verlauf der Vorgehensweise haben wir ja schon in unserer Stellungnahme angesprochen.

Leider mussten anscheinend einige Bayernfans herhalten um aufgrund vorhandener lokaler Sicherheitsprobleme das Image der Basler Sicherheitskräfte und Strafverfolgungsorgane aufzupolieren, vor der mitgereisten Münchner Polizeidelegation (u.a. der für die Einsätze in der Münchner Arena verantwortliche Polizeidirektor Süßbrich) möglichst tough dazustehen und ein medienwirksames Law-and-Order-Signal nach außen zu senden (u.a. nach Rom, da es beim Spiel Basel – Roma in der Saison 09/10 in Basel zu erheblichen Problemen kam). Wir dürften also Opfer einer politisch motivierten Vorgehensweise von Staatsanwaltschaft und Polizei geworden sein.

Beispielhaft hierfür seien einige Aussagen des Mediensprechers der Basler Polizei Klaus Mannhart gegenüber der Basellandschaftlichen Zeitung zitiert:

„ >Wären wir auf diese Situation nicht vorbereitet gewesen, hätten wir nicht umgehend eingreifen können.< …
Eine nicht alltägliche Anzahl von Festgenommenen, die alle verhört werden mussten. >Im Untergeschoss des Waaghofs besitzen wir eine Einrichtung, die einer solchen Anzahl gerecht wird< , verweist Mannhart auf das Untersuchungsgefängnis an der Heuwaage. >Wir stiessen dabei aber an die Grenze unserer Kapazität.< Darüber, dass sie das Spiel zwischen den beiden FCB nicht mehr würden sehen können, seien die Inhaftierten‚ >nicht sehr erfreut< gewesen, bemerkt Mannhart trocken.

Vor einem Hochrisikospiel, wie es die Champions League am Dienstag nach Basel brachte, informiere sich die Polizei frühzeitig, ob gewaltbereite Anhänger mit anreisen könnten, verweist Mannhart auf die Vorbereitungen der Basler Ordnungshüter. >Zum Beispiel findet ein Austausch mit den betreffenden Vereinen statt.< …
Ein Austausch wird nun auch via Medien stattfinden. >Der mediale Transport wird auch München beliefern< , ist Klaus Mannhart überzeugt. Oder Rom, wo Anhänger zu finden sind, die bereits in der Europa-League-Saison 2009 in Basel negativ aufgefallen waren. Mit ihrem Handeln habe die Basler Polizei gegenüber Gewaltbereiten ein Zeichen gesetzt, erklärt Mannhart: >Das hat grosse Signalwirkung und bedeutet: In Basel kann man nicht machen, was man will.< “
(„Hooligans müssen mit Anzeigen rechnen“, Basellandschaftliche Zeitung vom 30.09.2010)

Vielen Dank für diese Profilierungskampagne auf Kosten der Bayernfans liebe Verantwortliche in Basel!
Oder anders gesagt: Ein Unding und Skandal!