Zeichen der Ultras: Darüber wie wichtig ein gemeinsamer, geschlossener Auftritt ist

Fragt man verschiedene Ultras nach ihrem Verständnis und der Bedeutung von Ultrà für sie, fallen sicher häufig Begriffe wie Solidarität oder Rivalität, oft wird man auch von einem Wettstreit der Kurven um die coolste Darbietung hören.

Dazu zählt für uns nicht nur (auch wenn es natürlich von zentraler Bedeutung ist) der Tifo mit Gesang, Fahnen und Doppelhaltern, Choreos, Pyro und Spruchbändern, wie sich die Gruppe in Auseinandersetzungen bewährt oder der Stil, Niveau und Coolness und die Mentalität der Gruppe. Auch der Auftritt der Gruppe, beispielsweise bei der Anreise, kommt mit in die „Wertung“. Dabei kommt es nicht darauf an, jedes Spiel nen fetten Corteo mit Gesang hinzulegen (das Besondere daran sollte durchaus erhalten bleiben, dadurch dass so was auf besondere Spiele beschränkt ist) und schon gar nicht möglichst prollig rüber zu kommen. Im Gegenteil, auch bei einer gemeinsamen Anreise kann man zeigen, dass die eigene Gruppe nen coolen und niveauvollen Stil hat. Zum Beispiel, wenn die Fans von XY hinter der Polizeikette den Affen macht, die eigene Gruppe sich aber nicht dafür interessiert, sondern einfach nur cool vorbeigeht und die Deppen mit Nichtbeachtung würdigt. Und natürlich ist eine gemeinsame Anreise für diese Wertung immer förderlich. Mit möglichst vielen Leuten unterwegs zu sein macht einfach was her. Und wenn man dann bei nem wichtigen Spiel oder sogar Derby einen fetten Corteo zusammen bekommt, der vom Auftritt einfach was her macht, ist das einfach nen guter Start, um gleich von Anfang die Verhältnisse klar zu stellen. Aber eben immer mit dem Background, wir sind immer fett unterwegs und nicht nur beim Derby. Wir haben immer ne vernünftige Zahl am Start und kreppeln nicht jedes Spiel mit 30 Leuten rum und machen nur beim Derby den Dicken.
Dabei spielt auch ne Rolle, dass nicht nur der Stil und das Verhalten Beachtung finden, sondern z.B. auch der Altersschnitt. Wenn sich jetzt gerade die Älteren denken, sie haben kein Bock mehr auf Zug oder Bus und fahren lieber selber im Auto, wird die Gruppe einfach anders wahrgenommen. Wobei der Fehler natürlich nicht bei den Jüngeren liegt, die sich engagieren und auf die günstige Anreisevariante angewiesen sind, sondern bei den Älteren. Think about it.

Aber auch Solidarität und Rivalität spielen dabei eine Rolle. Ist ganz klar, dass Leute die alleine zum Auswärtsspiel anreisen, eher Ziel von Überfällen werden können und mehr Leute bei der Gruppe bedeuten, dass sich diese besser verteidigen kann. Auch kostet ein halb voller Bus am Ende entweder die Gruppe was, oder die Jüngeren, die mit fahren und eh schon auf die günstigste Variante angewiesen sind. Wir sind eine Gemeinschaft und das drückt sich unter anderem auch darin aus, dass wir, was Kosten oder Probleme angeht, gemeinschaftlich handeln.

Ich will, dass meine Gruppe die coolste und beste ist, und du auch!