Nick Hornby: Fever Pitch

Vielleicht das Fußballbuch schlechthin und ein absolutes Must-read.

Die verrückte Geschichte einer lebenslangen Liebe. Ein Fußballfan und sein Verein. „Fever Pitch“ ist DAS Buch für jeden Fußballfan.

Mit Wortwitz und gewohnter Sprachbrillanz geht Nick Hornby insbesondere auf Rituale ein, die jedem bekannt sind, der den Virus Fußball in sich trägt. Wer je im Fanblock seines Vereins gestanden hat, erkennt sich nicht nur wieder, sondern meint, das Buch sei nur für ihn allein geschrieben. Jeder der fußballverrückt ist, vergisst Geburtstage, den Hochzeitstag, den Verlobungstag etc, aber nie den Tag des ersten Stadionbesuchs, die Torschützen, die Zuschauerzahl, das Wetter. Jedes, für Aussenstehende unwichtige Detail, brennt sich in das Gedächtnis ein. Man kann so etwas nicht beschreiben, man muss so etwas erleben, um mitreden zu können. Hornby erzählt seine Geschichte. Anfangs verfolgt er mit jugendlichen Eifer, Unbedingtheit und Fanatismus die Spiele seines Clubs. Er bedeutet ihm alles, wirklich alles. Mit den Jahren wird er ruhiger, das Absolute und Fanatische weicht einer distanzierteren und mit dem Alter ausgeglicheneren Betrachtung, aber die Liebe bleibt. Dabei schwankt er zwischen einem melancholischen Rückblick auf die alte Zeit, als er jedes Wochenende durch das Land reiste, und der doch zufriedenen Gewissheit, sich irgendwie weiter entwickelt zu haben.

Da es sich um eine Geschichte handelt, die sich über mehr als 30 Jahre erstreckt, ist diese Erzählung auch ein Rückblick auf den Fußball wie er einmal war, als der Weg ins Stadion noch etwas bedeutete. In den heutigen modernen Fußballhallen ist das Spiel zur klinisch sauberen Angelegenheit geworden, die jede Atmosphäre zerstört. Dabei war Fußball immer mehr als das Spiel auf dem Rasen. Erst wenn keine Fans mehr im Stadion sein werden, wird man merken, dass Publikum keine Fans sind. Von daher ist diese Geschichte auch ein melancholischer Rückblick auf ein Spiel mit einer Lebensphilosophie, wie sie so nicht mehr zu finden ist.

„Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden…“