Artikel

10 Jahre „unten stehen“


Heute vor 10 Jahren versammelte sich erstmals ein kleines Häufchen im unteren Bereich der Südkurve, welches sich das langfristige Ziel gesetzt hatte im Olympiastadion einen Tifo orientiert am italienischen Vorbild zu etablieren.
Die Idee sich unten in der Kurve zu sammeln, entstand aus einer Internet-Diskussion zum Thema Stimmung in einem Forum, in dem sonst mehr querfeldein gehetzt und gepöbelt wurde, als das etwas Konstruktives zustande kam. Einen Beitrag zur Diskussion, die damals dem Projekt T-Block vorausging, gibt es hier nochmal zum Nachlesen. Angesichts seiner Detailliertheit dürfte er aus heutiger Perspektive vielleicht auch manchem ein kleines Schmunzeln aufs Gesicht zaubern.

DISKUSSIONSAUFRUF
-
die Organisation der Supportwilligen in der Südkurve betreffend

Diese neue Ausgabe von „Krieg und Frieden“ ist nur für Bayernfans interessant, für die meisten anderen ist es nicht lesenswert und sie werden sich langweilen. Wir haben Euch gewarnt: Gebt uns nicht die Schuld für Euere verschwendete Zeit!

Bevor Ihr weiterlest, bitten wir Euch noch einmal auf unserer Homepage alles zum Thema Ultradurchzulesen und es Euch durch den Kopf gehen zu lassen. Wie Ihr dazu steht ist ja dann Euere Sache – nur macht Euch bitte Gedanken! Beachtet noch, daß es sich bei den diversen
Ausführungen um Erklärungen des Ideals und vor allem des Originals handelt, die für unsere Verhältnisse sicher mittelfristig(vielleicht auch für immer) unerreichbar bleiben. Nur wenn man über etwas diskutiert, sollte man auch über das diskutieren, was es wirklich ist, und nicht schlechte oder peinliche Beispiele dazu benutzen, etwas kaputtzureden! Benutzt den Begriff „Ultra“ bitte wieder ehrenvoll oder zumindest neutral und schmeißt dumme Vorurteile über Bord – außer natürlich Ihr seid wirklich gegen Ultras, sprich auch gegen die in den anderen Ländern, bzw. vom Grundsatz her gegen diese Bewegung, denn dann ist es wenigstens eine ernstzunehmende
Meinung! Danke.

In den letzten Wochen kam es noch auf unserer alten Homepage zu diversen heftigen und im Ansatz auch produktiven Diskussionen, die sich um Förderung der Stimmung in der Kurve bzw. das Zusammenschweißen eines Supporthaufens und dessen Aufenthaltsort drehten. Man kann wohl mit Recht behaupten, das sich damals überraschend viele interessiert zeigten, was ja zunächst mal, unabhängig von der Meinung die jemand vertritt, erfreulich ist. Daß ein so großes Interesse besteht, zeigt in jedem Fall, das die jetzige Situation schlecht ist und viele mit ihr nicht zufriedensind, denn sonst bestünde ja kein Anlaß zu Diskussionen. Das die Diskutierenden eigentlich ein weites Spektrum repräsentierten, sprich nicht alle aus der genau gleichen Ecke kamen war ebenfalls positiv.

Das Niveau dieser Diskussion verflachte allerdings häufig und bald war man nur noch auf die primitive Frage „Alle nach unten“ oder „Alle nach oben“ reduziert. Eine reine Reduzierung auf den Standort hilft allerdings niemandem weiter, denn unvorbereitet in ein Abenteuer „unten“ zu gehen, wäre wohl zwangsläufig mit einem erneuten Scheitern verbunden. Mit der gleichen Art und Einstellung wie oben einfach nur nach unten, nach links oder nach rechts oder wo auch immer hinzugehen bringt gar nichts!

Was eine mögliche solche Vorbereitung betrifft, dazu soll unser folgender Vorschlag dienen. Es ist unser Vorschlag, es ist ein(!) möglicher Vorschlag, und wir erheben keinen Anspruch darauf(wie sollten wir auch?), daß dieser exakt so umgesetzt wird bzw. überhaupt in der Form umsetzbar ist. Da wir ja weit davon entfernt sind perfekt zu sein, sind wir für sinnvolle Verbesserungsvorschläge sehr dankbar. Auch ein grundsätzlich anderer Ansatz ist denkbar, er wird dann zwar höchst wahrscheinlich nicht unsere Zustimmung finden, aber auch wir können ja nicht davon ausgehen, daß gerade ein Vorschlag, der von uns kommt, nur das Ja und Amen der Leute findet. Wir denken aber, das es erstens schon ein Vorschlag mit Substanz ist und er zweitens zumindest in etwa, doch für eine größere Masse an Leuten, vor allem der Jüngeren, spricht!

Bevor der eigentlich Vorschlag folgt, gilt es vielleicht noch einige Kleinigkeiten zu erklären:

SUPPORTSTIL:
Grob und vereinfacht gesagt gibt es zwei grundsätzliche Anfeuerungsstile: Der momentan meistens praktizierte ist ins Extrem getrieben, eigentlich der Stil der Anfeuerung an einem Jugendplatz. Es handelt sich im Grunde genommen um Anweisungen, wie „Kämpfen!“, „Lauf!“, „Flank doch!“, „Gib ab!“, „Der nächste geht schon!“, „Auf geht’s Jungs!“ – um ungestümes, wildes Reinrufen, auch der primitive Ruf des Vereins- oder Stadtnamens gehört eigentlich dazu. Man will durch sein Schreien direkten Einfluß auf einen oder mehrere Spieler in einer ganz bestimmten Situation ausüben. Abgesehen davon, daß schon Jugendspieler von ihrem Trainer gesagt bekommen, nicht auf Zurufe von außen, sondern wenn dann auf ihn zu hören, ist doch sehr fraglich, ob ein Fußballprofi, zumal einer beim FCB, so etwas wahrnimmt bzw. dies einen wie auch immer gearteten Effekt auf ihn ausübt. Warum macht man sich also diese Mühe: Meistens ist es
wohl der simple Ausbruch der Emotionen, ansonsten eher Illusion oder irgendeine Form der Hoffnung.

Bei dem anderen Stil der Anfeuerung, muß natürlich gesagt werden, daß er an einem Ort wie einem Jugendplatz weder praktikabel noch angebracht wäre. Hier geht man nicht mehr nur vom Sport an sich oder dem Fußball aus, hier braucht es ein soziales Phänomen als Grundlage, aufgrund dessen der Sport quasi zu einem religiösen Ereignis heraufbeschworen wird. Ähnlich wie in einer Gemeinde, dort tritt das gefeierte Ereignis ja nicht mal sichtbar zutage, treffen sich die Anhänger gleichen Glaubens und zelebrieren und manifestieren z.B. mit Chorälen ihre Gemeinschaft und ihren Glauben. Gleiches gilt im Endeffekt auch für Fans – Spieltag ist Gottesdienst. Dem Gott wird auf jeden Fall gehuldigt, das der Verlauf des Ereignisses natürlich ebenfalls Einfluß nimmt ist unbestritten. Diese Form der Huldigung findet man auf den Tribünen des Südens. Die Gemeinde feiert ihre eigene Messe. Man sieht mystisch anmutende Nebelschwaden, teilweise das Leuchten bengalischen Feuers, darin oder dahinter ein Fahnenmeer, eine wogende Masse entfesselter und enthemmter Menschen, Leute in Ekstase, und zwar nicht in gespielter, sondern in wirklicher. Dazu kommen die unglaublichen, teilweise monotonen und langen Choräle die diese Gemeinde wie in religiösem Wahn, entschlossen und sangesfroh vor sich hinschmettert. Es hat wenig mit einer direkten Beeinflussung eines Spielers zu tun, man steigert sich, auch durch die Monotonie und verschiedene „Ohrwürmer“, in einen Dauersupport hinein, von dem man wie von einer Droge nicht genug bekommen kann. Die grundsätzliche Bereitschaft anzufeuern ist nun schon mal fast über die komplette Spielzeit gegeben. Natürlich kann man dazwischen auch schon mal direkte Anfeuerung einfließen lassen, warum nicht? Außerdem reicht alleine schon die oft praktizierte Änderung der Lautstärke, etwa bei einem Eckball oder einer Drangperiode, aus um einen riesigen Selbstvertrauens – und Entschlossenheitsschub zu vermitteln! Die Beeinflussung der Sportler findet aber auch noch anders statt, sofern diese sie überhaupt an sich heranlassen wollen, und zwar auf einem „Umweg“. Der Spieler nimmt wahr, Teil diese Phänomens zu sein, psychologisch betrachtet er sich vielleicht sogar als den Auslöser dieser Massenhysterie, im ganz extremen Fall muß er sich vorkommen wie Gott, der persönlich in einen vollbesetzten Dom einlaufen würde. Er weiß, daß wenn er etwas entscheidendes macht oder gar in einem wichtigen Spiel das entscheidende Tor schießt, er die Macht hat dort auf den Tribünen beginnend, die Welt untergehen zu lassen, eine riesige Flutwelle an Emotionen auszulösen, die alles mitreißt und einen völlig verrückt macht! Einen
Abzockerprofi erreicht man eh nicht, für einen Spieler, der sentimental genug ist diese Gefühle aufzunehmen, entsteht aber eine ungeheuere Motivation, alles zu tun, daß auch er diesen Kick erlebt und er hat zudem die Gewißheit, daß da draußen etwas mächtiges und zugleich auch vertrautes ist, was bereit ist ihm und seiner Mannschaft in die Hölle zu folgen, wenn es sein muß. Die geschilderten Beispiele, sind natürlich ins völlige extrem gesteigert, aber es ging ja nur darum die Grundsätze aufzuzeigen und klarzumachen, daß es im Prinzip schwachsinnig ist, über bestimmte Supports zu sagen, des is ja nur „Lala und Allez, was soll das eigentlich?“. Das so etwas wie im zweiten Ansatz beschrieben, wahrscheinlich in Deutschland und mit Sicherheit im Oly und mit unserem Potential an Leuten völlig unmöglich ist, braucht bitte keiner erwähnen. Unser Wunsch wäre es selbstverständlich die Anfeuerung mehr in Richtung Dauersupport und gemeinsame Feier hin auszurichten, bzw. sich ins Anfeuern regelrecht hineinzusteigern, wobei dann natürlich auch alle alten Anfeuerungen und Lieder miteinfließen sollten! Manche Lieder werden erst richtig geil, wenn man schon länger als eine Minute oder so singt und der Ohrwurm richtig im Hirn angekommen ist. Die Emotionalisierung dadurch ist beachtlich – man reagiert auch auf Aktionen im Spiel gleich ganz anders, Monaco ist da sicher ein gutes Beispiel! Anfeuerung und Gesang sind doch kein Mittel zum Zweck, kein Opfer, das einem abverlangt wird, nicht etwas, das man eigentlich gar nicht freiwillig will, sich aber aus irgendeinem Grund dazu verpflichtet fühlt. Wenn es Spaß macht, und die Leute auch richtig singen und abgehen wollen, ist es der Sache doch nur dienlich!

RIVALITÄT & VERGLEICH UNTER FANS
Warum machen die aktiven Fans sichtbare Aktionen? Klar teilweise als Ehrerbietung an den eigenen Verein, teilweise als Geschenk an bestimmte Spieler oder andere Personen, die sich um den Verein verdient gemacht haben. Aber genauso auch um den Gegner lächerlich zu machen, zu provozieren oder um sich selbst als Gemeinschaft positiv darzustellen. Natürlich interessiert dieMehrheit der aktiven Fans auch der Vergleich mit eben solchen Fans von anderen Vereinen, man will besser sein, keine Frage. Das ist nichts schlimmes, sondern liegt im Gegensatz dazu sogar in der menschlichen(männlichen?) Natur verankert. Daß es gerade bei Jugendlichen verstärkt auftritt, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Ein Mensch der sich nicht vergleicht oder in Konkurrenz zu anderen steht, ist entweder ein Eremit, a bisserl sonderbar, oder er leugnet es einfach nur! Trotzdem kann man natürlich der Auffassung sein: „Mein Ansehen bei anderen interessiert mich nicht, der Vergleich mit ihnen schon gleich gar nicht!“. Das ist zwar sonderbar, aber man muß es akzeptieren und auch tolerieren. Umgekehrt findet allerdings oft eine üble Verunglimpfung statt. Wir möchten jemanden der so empfindet doch herzlich bitten, zu akzeptieren, daß manche Personen noch mehr interessiert als ihn, aber das was ihn interessiert diese genausoviel. Die ständige Unterstellung bestimmte Leute würde nur dieser Vergleich interessieren und sonst nix, ist erstens dumm und zweitens unverschämt! Es handelt sich einfach nur um ein MEHRinteresse! Eigentlich ganz einfach, oder? Nur weil man etwas selber nicht nachvollziehen kann, anderen sozusagen unmittelbar eine „bösartige“ Motivation zu unterstellen ist jedenfalls nicht hinnehmbar. Genau sowenig wie die Unterstellung, Leute, denen der Dauersupport extremen Spaß macht, würden die nötige, dem Fußball angemessene Ernsthaftigkeit vermissen lassen.

SELBSTDARSTELLUNG
Bei jedem Vorschlag nach unten zu gehen hört man wieder das selbe abwertende „Aha – zwecks der Selbstdarstellerei!“. Dies kann man ja auch zugeben: Natürlich auch gerade wegen der Selbstdarstellung! Nur ob diese dann positiv oder abwertend zu bewerten ist, muß doch
differenziert betrachtet werden. Wenn ein engagierter Haufen sich, durchaus auch gruppenübergreifend, als Gemeinschaft, als harter Kern des Vereins, nach außen hin sichtbar positiv darstellen will, und dadurch auch der Kurve, oder zumindest einem zentralen Teil davon, ein
schöneres Bild verleiht, ist das doch nix negatives, sondern absolut das Gegenteil! Eine gute Kurve oder ein guter Haufen, MUSS auch eine Show abziehen! Ein einzelner, oder eine kleine Gruppe, die sozusagen von sich gibt: „Hey wir sinds! Verpisst Euch! Wir schaffen an was gemacht wird!“ und sich dazu noch lächerlich aufführt nur um von allen wahrgenommen zu werden, das ist negativ! Nur will das von UNS sicher niemand!

Ganz nebenbei bemerkt noch: Unser Wunschtraum wäre es ja, das (fast) alle so wären, und nein, wir unterstellen nicht, das dann alle MMs sein müssten oder wir diese Masse anführen wollten, ganz im Gegenteil. Vielen von uns wäre wohl nix lieber als wenn es einen funktionierenden 1000 Mann Ultramob gäbe, in dem man vielleicht nichts zu sagen hätte, sondern einfach nur mitabgehen würde und man auch betreffs des eigenen Namens(MM) weniger wahrgenommen würde. Das Problem ist eigentlich eher, das es diesen nicht gibt – teilweise fallen wir ja nur auf, weil sonst gar nix geht! Wir reißen uns auch nicht darum solche Aufrufe zu machen, damit wir schön im Mittelpunkt stehen, denn eigentlich hätten wir besseres zu tun – nur geht uns halt zu viel auf die Nerven und irgendwas muß ja passieren! Wenn aber alle so wären – wo wäre dann bitte unsere eigene Selbstdarstellung? Na, den Haken kapiert? Eure Logik beißt sich in dem Punkt!

VORSCHLAG
-
zur Schaffung eines Ultra – Supporters – Blocks im Bereich der unteren 10 (–15) Reihen des MITTLEREN Südkurvenblocks
Aussehen könnte das ganze dann, rein hypothetisch(mit einer unbestimmten Zahl an anheizen und einer garantierten Zahl von 4, 5 Trommlern; das folgende klingt jetzt alles sehr straff, in der Realität würde sich der kreative Freiraum dann schon ergeben, nur kann man so was schlecht aufschreiben/-zeichnen!), etwa so:

Vielen Dank für Eueren Applaus und das Lachen – na ja, es gibt wohl bessere Zeichner… *g* Der MITTLERE Block bietet sich vor allem wegen zwei Dingen an. Erstens ist dort genügend Platz für die Installation eines solchen Blocks. Es können also auch noch spät Leute die vor der Kurve labern dazustoßen. Zweitens ergibt sich bei der Draufsicht auf die SK von vorne ein symmetrisches Bild. Es ist das Herz der Kurve.

- in Reihe 1 selbst und dem davor liegenden Freiraum, sollte eigentlich außer vielleicht Leuten mit Drogenparas, die wie geistesgestört irgendwelche Fahnen schwingen, niemand stehen, da man durch unseren beschissenen Zaun und die Distanz zum Spielfeld überhaupt
gar nix mehr sieht. Das ist ja erstens nicht Sinn der Sache und macht zweitens auch keinen guten Eindruck auf potentielle Sympathisanten. Zudem steht dann alles dichtgedrängt auf einem wirren Haufen und es kommt eher nur zu dem altbekannten „Möchtegern – Spaß – Pogen“, bei dem komischerweise im Gegensatz zu früheren Pogos nicht mehr psychopathisch weiter geschrien wird, sondern die Leute das Maul halten und somit der Pogo den Support zerstört, was nicht passieren sollte. Man kann ab und zu mal pogen, kein Thema, nur sollte man dann auch das Maul aufbekommen und den Refrain des Liedes weiterbrüllen!

- Reihe 2 sollte man für etwaige Vorsänger(2,3,4) frei lassen. Diese sind in der Skizze gelb mit Kreuz markiert. Momentan gibt es solche nicht und es scheint auch unklar, wer so etwas machen sollte. Vielleicht kristallisieren sich aber bei einem gelingen des Versuchs im Laufe der Zeit doch Personen heraus, egal woher sie kommen und was sie jetzt im Moment machen. Vielleicht machen manche Leute das auch mal nur kurz im Eifer des Gefechts, vielleicht steht dort auch niemand, egal. Wenn welche dort stehen sollten sie halt erhöht auf den Sitzen stehen, zwecks der Akkustik. Mittelfristig sollte man auch auf eine Wiedererteilung der Erlaubnis für 2 Megaphone hinarbeiten.

- In Reihe 3 sollten 4 – 5 Trommler stehen(sie sind ebenfalls gelb mit Kreuz gekennzeichnet), deren Trommeln an den Stangen installiert sind(in der Skizze befinden sich diese in Reihe 4, kleiner Fehler, also sich bitte alles ab da eine Reihe weiter vorne
vorstellen). Die Trommler sollten aber nicht wie die Kuttentrommler früher einfach nur mittrommeln, noch dazu falsch, sondern ganz genau auf die jeweiligen Lieder abgestimmt den Takt unterstützen bzw. vorgeben, damit z.B. das Klatschen koordiniert wird, die Lieder
mehr Rhythmus bekommen und wieder angeheizt werden, sprich länger dauern.

- In der gleichen Reihe zwischen den Trommlern sollen alle stehen, die meinen Lieder anstimmen zu müssen oder zu wollen, die die Leute auch mitsingen. Wo diese Leute herkommen ist relativ egal! Es können auch bei jedem Spiel andere dazukommen, solang es keine Unzahl wird, aber die Pappenheimer kennt man ja eigentlich. Wer anstimmen mag muß in die Trommlerreihe! Dort steht man in direkter Kommunikation mit den Trommlern, die Lieder können also viel koordinierter angestimmt werden, auch von mehreren
zusammen, indem man sich unmittelbar abspricht. Natürlich kann dort auch jemand, einem der immer anstimmt, oder allen zusammen, ein nächstes Lied vorschlagen. Das hört sich jetzt vielleicht für den einen oder anderen kompliziert an, war aber z.B. in Köln faktisch
schon so und ist es auch öfter mal. Das wilde Anstimmen von irgendwo aus sollte aufhören, es kann nicht sein, das 5 Sachen gleichzeitig angestimmt werden und sich dann das lauteste durchsetzt. Die Leute sollen in Reihe 3 vorklettern, dann können sie anstimmen oder Vorschläge machen. Ebenfalls nicht mehr vorkommen darf die Unsitte in laufende Lieder hineinzusupporten und diese damit zu beenden. Ein Lied singen alle mit, es hört auf, und alle singen das nächste. So muß es sein! Anders bekämpft man sich ja gegenseitig, das ist simple Verschwendung der Kräfte! Man verschenkt ohne Not Potential – das hat kein Niveau! Aus den Leuten dieser Reihe entwickeln sich vielleicht irgendwann einmal mehrere Vorsänger für Reihe 2, von denen dann vielleicht jeder 20, 30 Minuten rackert, wenn nicht – ist es eigentlich auch nicht schlimm!

- In den Reihen weiter oben(wird sich wohl in der Größe verändern!) sollten dann die restlichen Leute stehen, von denen möglichst viele(vielleicht jeder 6., 7., 8.) irgendeine Form von Fahne oder ähnlichem(sei es Schwenkfähnchen oder Doppelhalter) in Händen
halten sollten. Diese Materialien sollten zusammen mit den herkömmlichen, wie Schals etc., nicht nur wie momentan üblich, zu Beginn und zum Ende irgendwelcher Halbzeiten eingesetzt werden, sondern auch dauernd während des Spiels – manche, wie die Fähnchen,
immer – andere bei bestimmten Liedern oder bestimmten Refrains. Material schafft gleich eine viel beschwingtere Atmosphäre bei allen! Es sollten auch nicht ewig viele Leute in eine Reihe drängen, grade am Anfang, wo es nicht so viele sind, sondern man sollte sich bewußt
verteilen, ist zum einen angenehmer und schaut zum anderen besser aus, natürlich ohne das dazwischen andere Leute stehen! Grundsätzlich sollte dort jeder, der Bock auf Dauersingen und Ausleben hat mitmachen können, es sollte egal sein ob er Kapuzenpulli,
Kutte oder Troublemakerklamotten trägt, auf seine Stimmung und Einstellung kommt es an. Das die beiden letztgenannten Kleidungsstücke nicht die von uns bevorzugten sind, dürfte klar sein, aber die Leute kommen irgendwann von selber drauf – zunächst spielt das keine Rolle, es gibt wichtigeres!

- Die meisten werden sicher das Bild der Choreo mit Wappen und Lorbeerkranz im Kopf oder in greifbarer Nähe haben. Wenn man zunächst nur einen Block hätte, der so groß ist, wie der Bereich unter der untersten Überrollfahne im mittleren Block, wäre das schon sehr gut, würde es sich auf die beiden unteren Fahnen ausweiten – Wahnsinn! Um zu träumen: Sollten es noch mehr werden, sollte man nicht mehr nach oben expandieren, sondern daneben im Block unter der Anzeige wieder unten anfangen, bis etwa die gleiche Höhe
erreicht ist. Ist natürlich bloße Phantasie – aber eine schöne! Runter zu gehen hätte nur einen Sinn: Die Etablierung eines Ultrastyle – Supports und Wieder – Zusammenfassung der Sangeswilligen! Wir meinen damit einen echten, selbstbewußten Versuch, keinen „Happy – Hippo – Fun – ich – mach – mich – zum – Affen – Scheißdreck“! Dazu mußt man aber erst publik machen, was das eigentlich ist und zwar nicht nur wir, sondern auch andere – nur irgendwo hin zu gehen ist sicherlich sinnlos. Auch bei uns hat das nicht jeder verstanden, jedenfalls nicht völlig. Man muß die Intention kennen und nicht nur die Symptome ganz lustig finden. Dazu trägt hoffentlich auch diese Homepage bei.

Die UTOPIE, also die wahrscheinlich unerreichbare Optimalvorstellung, würde so etwa aussehen:

1. 150 Ultrainteressierte/davon 20-25 die den wirklichen Hintergrund verinnerlicht haben
2. 200/40-50
3. 400/100
-------------------
4. 500/200
5. 700/400
-------------------
Achtung: Traumland!!!! wohl sehr utopisch und wenn dann in weiter Ferne(irgendwann im neuen Stadion vielleicht…)
6. 1000/600
7. 1000/600-700 und die restlichen Leute in der Kurve(einer hoffentlich kleineren) so sie denn Bock haben zu singen, akzeptieren die Führung des Haufens und lassen sich von ihm leiten.

Schritt 1 ist Jetzt – Zustand. Mit weniger als ca.120 Leuten braucht man wohl nicht ernsthaft anfangen, für einen erfolgversprechenden Start, wären aber wohl recht schnell 200 Leute nötig. Schon ab Schritt 2 hätte (fast) jeder von den aktiven was gewonnen: Nämlich den grundsätzlichen Spaß am Heimspielbesuch zurück! Schritt 3 zu erreichen würde, jetzt begonnen, mindestens bis zur Winterpause 02/03 dauern, alles darunter ist unrealistisch, vielleicht eher länger.
Die absolut erreichbare Phonstärke der SK in der Spitze würde erst einmal sinken! Doch was heißt das schon, sie ist ja eh fast nie laut! Allerdings würde dafür die „Dauerversorgung an Support“ zunehmen und der Spaß der engagierten Leute sowie deren Zusammenhalt. Man könnte dort einen Sängerhaufen zusammenschweißen! Der Effekt für das Supportniveau dort wäre unmittelbar! Erst irgendwo zwischen 3. und 4. könnte normalerweise ein positiver Effekt auf die Gesamtheit der Kurve ausschlagen, frühestens! Zu 5. zu kommen würde schon unheimlich schwierig werden, doch man wäre dann bereits über den Berg, doch würde das Olympiastadion äußerst wahrscheinlich ein 5. und mit Sicherheit ein 6. nicht mehr erleben…

ABER: Wir haben nichts zu verlieren, denn es ist sowieso schon schlecht und in >90% der Heimspiele hat der Support NULL Auswirkung auf das Ergebnis! Tatsache!

Folgende Probleme gälte es zu lösen:

- Woher bekommt man genügend Leute?
Zunächst einmal müsste es gelingen, alleine aus der sogenannten „Szene“ ein Startpotential schon im Vorfeld zusammenzutrommeln, welches die Basis stellt. Das sollten schon so ca. 100 Personen sein. Der Standort könnte natürlich, sofern entsprechende Sympathie dafür geschaffen werden kann, auch dazu beitragen, das Leute, die spät kommen, vor der Kurve reden, oder im Moment irgendwo verstreut stehen oder sitzen absolut kein Problem haben sich dazu zu gesellen, wenn es ihnen taugt! Anziehen wird es sicher einige davon. Ein wahnsinnig wichtiger Schritt und wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg wäre es den Club Nr.12 inklusive Vorstand auf Seiten dieser Sache zu haben. Denn dieser kann Leute erreichen, viel mehr als z.B. wir dies könnten. Wenn man da zusammenarbeitet, ist es eigentlich sogar leicht möglich an mehr Personen zu gelangen als man sich im Moment vorstellen kann. Das Spiel gegen Moskau mit der Aktion auf der Gegengerade hat gezeigt: Mit einem Club Nr.12 – Aufruf ist es möglich 200 – 300 Leute zu etwas zu bewegen. Was hat man noch gesehen: Dieser Haufen war eine bunte Mischung, und keine schlechte! Sicher waren Leute dabei, die vielleicht (noch) nicht so den Peil hatten, aber ok waren sie alle! Die haben sich halt an den anderen orientiert und schließlich war es doch ein relativ geschlossener Haufen. Der Support dort war noch nicht besonders toll oder ausgereift, aber man konnte deutlich das Potential spüren, welches schlummerte. Wenn ein ähnlich großer Haufen sich diesem Ultra – Block – Konzept anschließen würde, es kann ruhig auch so eine Mischung sein, dann wäre vieles geschafft. Zu wünschen wäre es, jedoch bleibt es sehr fraglich Unsere Aufforderung an den Club Nr.12 – Vorstand wäre es doch bitte zum Wohle eigentlich aller, auch einmal in diese Richtung zu denken, anstatt teilweise vielleicht Dinge zu suchen, die man so interpretieren könnte, als wollten wir ihnen an den Karren fahren. Auf der Homepage wurden an einer(!) Stelle historische Tatsachen(!) angesprochen, die nun mal so waren, auch um etwas zu erklären, – und keine Kriegserklärung gegen irgendwen ausgesprochen. Was war kann man nicht mehr beeinflußen, was sein wird schon noch!
Wenn man einen Grundstock an Leuten hat, und diesen in Schwung gebracht hat und hält, erledigt sich das weitere von selbst. Durch die „optische & akustische Werbung“ in der Kurve wird man immer mehr Leute anlocken, denen was sie sehen besser gefällt, als das was sie bisher kennen oder praktizieren!

- Was ist mit den Leuten, die sagen „Von oben sehe ich aber was!“?
Die Antwort kann nur lauten: Von unten sieht man auch was! Man sieht schlechter, das stimmt wohl unbestritten, aber man sieht, wenn man, wie bereits erwähnt, nicht gerade in der aller ersten Reihe genau hinter dem Zaun steht, auch noch ordentlich. Man hat sicher nicht diese völlige Totale, aber man kann das Spiel gut verfolgen. Bei der Mehrzahl der Auswärtsspiele sieht man auf jeden Fall genauso wie bei uns unten oder sogar noch schlechter – da fahrt Ihr aber auch hin! Optimiert man nur nach der besten Sicht, dann ist der richtige Platz leider sowieso nicht die Kurve sondern ein Platz mittlerer Höhe in Höhe der Mittellinie auf der Haupttribüne oder Gegengeraden! Oder optimiert Ihr etwa nach dem Geldbeutel?

- Woher soll das ganze Material immer kommen?
Es würde sich mit Sicherheit anbieten, wenn diverse Materialien, wie Fähnchen etc. für die Heimspiele reserviert würden und zusammen mit je einer Zaunfahne der diesen Block tragenden Gruppen (3,4 oder so) im Stadion aufbewahrt würden. Vor jedem Heimspiel sollten sich dann von diesen Gruppen jeweils wenige Leute treffen und gemeinsam in Absprache mit dem Ordnungsdienst die Materialien in die Kurve bringen, die Trommeln installieren, die Zaunfahnen an ihren festen Plätze anbringen, etc.! (Später einmal könnte man darüber nachdenken für Auswärtsspiele stellvertretend für diesen Block ein gemeinsames Zauntransparent zu machen, auf dem etwa „Ultra‘ München“ oder „Kollektiv München“ stehen würde. Da wir ja die einzigen Fußballer in München sind und das Ding logischerweise rot wäre, hätten wir auch unseren Alleinvertretungsanspruch untermauert. Gerade bei zunehmend weniger Fahnenplätzen und immer kleineren Gästebereichen, wäre dies Idee
vielleicht nicht verkehrt. Der Fahne müsste natürlich egal wer sie dabei hat und wann sie ankommt Priorität eingeräumt werden.)

- Was ist mit denen die oben bleiben?
Grundsätzlich kann man ja niemanden zwingen mit nach unten zu gehen, es hätte ja auch wenig Sinn. Für das Gelingen der Sache wäre es jedoch zu wünschen, das möglichst viele sich sofort anschließen oder aber möglichst bald aufspringen, wenn sie sehen, es könnte was werden! Die die oben bleiben, sollten den anderen aber wenigstens die Möglichkeit eines solchen Versuchs einräumen. Was auf keinen Fall passieren darf, leider aber durchaus wahrscheinlich ist, ist das folgende Konkurrenzsituation eintritt: Die oben verbliebenen fühlen sich in ihrer Ehre gekränkt und meinen denen unten etwas beweisen zu müssen. Man will dann auf Teufel komm raus zeigen, dass man von oben mehr Kontrolle hat. Dies würde zu einem ständigen gegeneinander – singen führen, was wie Selbstzerstörung wäre und wohl alles noch mehr kaputt machen würde. Diese Situation hilft KEINEM! Sie muss nach Möglichkeit verhindert werden! Wir sind uns lange genug selbst im Weg gestanden – jetzt schon mehrere Jahre! Man kann viel aufs Stadion oder andere Leute schieben, aber letztlich liegt es an uns allen gemeinsam nicht zu akzeptieren, das Heimspiele scheiße sein müssen!

Wenn sie schon oben bleiben, sollten sie, falls die Sache unten Chancen auf Erfolg hat, lieber mitsingen, als irgendetwas eigenes anstimmen. Am besten wäre es natürlich sie würden überzeugt und kämen auch runter, denn wir wollen ja niemandem etwas nehmen, es muss sich also keiner beleidigt abwenden oder einen „Dagegen – Wahn“ entwickeln – im Gegenteil: JEDER soll mitmachen! Hierzu muss noch gesagt werden, dass in irgendeiner Form auch der Trompeter eingebunden werden muss bzw. sollte, erstens weil er es, aufgrund seiner bisherigen Verdienste, verdient hat nicht einfach von irgendwelchen „Jungen“ ignoriert zu werden und zweitens da ja sonst ebenfalls genau die beschriebene Situation droht.

Sollte eine relevante Anzahl von wirklich Supportwilligen und – kräftigen definitiv oben verbleiben, und durch die Aktion anderer nach unten zu gehen plötzlich zu einem „Dagegenhalten“ motiviert werden, sprich unbedingt eigen angestimmte Gesänge gegen den neuen „Widersacher“
durchsetzen wollen, sollte es unten KEINEN VERSUCH geben! Diese Situation kann nicht das Ziel sein! Auch um zu zeigen, dass man eigentlich Einigkeit will, sollte einfach gar nichts passieren. Die Mehrheit sollte sich dann aber auch nicht nach dieser Minderheit richten, sondern vielleicht einfach gar nix machen und man sollte weiter darüber reden. Der Anzeigetafelmob ist ohnehin schon bedenklich geschrumpft, dennoch müssten sich ein ganz schöner Teil dieser Leute einer neuen Sache anschließen, sonst ist das Streitrisiko durch das Konkurrenzpotential zu groß!

Wenn wirklich nur noch eine geringe Anzahl von Leuten, aus Gründen der Sicht beispielsweise, dort verbleiben würde, sollten diese jedoch den anderen eine faire Chance geben, sprich auf ein „Dazwischen – oder Dagegensupporten“ verzichten. Es darf keine 2 Ausgangspunkte für Anfeuerungen schon allein aus der sogenannten „Szene“ heraus geben, sonst macht man lieber gar nix! Allerdings sollte wenigstens soviel Einheit und Respekt durch miteinander reden ja erreichbar sein.

Fazit: Bevor es zu einem Riesenärger oder einem Selbstzerfleischungsprozeß kommt, bleibt lieber alles so schlecht wie es ist, den das andere wäre noch übler! Zwar wären dann einige(viele?) weiterhin frustriert und gelangweilt – aber die andere Variante, kann keine Alternative sein! Also, eine halbwegs große Basis und die Solidarität vieler, die vielleicht (noch) nicht nach unten wollen, ansonsten: LIEBER VERSCHIEBEN!

- Was darf man sich keinesfalls erwarten?
Klar: Eine schnelle Verbesserung der Stimmung der ganzen Südkurve! Das zu sagen, so ehrlich muss man sein, denn es wäre unrealistisch! Wenn die Leute oben weggehen, wird es erst einmal unmöglich sein, in der Spitze die gleiche Lautstärke zu erreichen. Nur wurde die ja eh kaum abgerufen!

- Was darf man sich erwarten?
Zunächst einmal einen unmittelbaren Effekt auf diesen Haufen von Leuten. Die Ausdauer der Gesänge wird sich wohl merklich erhöhen. Sie werden sowohl das Niveau ihres Supports oder Tifo oder wie immer man es nennen will, steigern und gemeinsam viel mehr Spaß haben. Dieses gemeinsame Erlebnis wird hoffentlich einen Dauergesangs – Kern zusammenschweißen, der sich sowohl bei Heimspielen gegenseitig aufputscht, als auch bei Auswärtsspielen abrufbar sein wird! Durch die Etablierung des Standorts unten und vorne im Block werden die Leute ohne große Kenntnis oder Absprachen in jedem Stadion auf einem Haufen stehen und eingespielt sind sie ja dann auch! Langfristig ist es dann sicher auch möglich die ganze Kurve anzukurbeln, denn an guter Stimmung die schon da ist, wollen dann teilweise auch die teilhaben, die jetzt nichts dafür tun wollen!

WIR HABEN SICHER NOCH TAUSEND SACHEN VERGESSEN, EUCH FÄLLT SICHER AUCH NOCH WAS EIN UND ES IST NICHT DER EINZIG MÖGLICHE UND ALLEIN GLÜCKLICHMACHENDE VORSCHLAG! DIE DISKUSSION IST ERÖFFNET – WIR SOLLTEN UNS ALLE WÜNSCHEN, DASS SIE ETWAS BRINGT!

ÄUSSERT EUCH! DIESES SCHEISS – FORUM IST DAZU DA, DASS MAN WAS REINSCHREIBT! MACHT ANDERE AUFMERKSAM! UNSERETWEGEN BERAUMT EIN WEITERES DER UNZÄHLIGEN TREFFEN AN! REDET MITEINANDER ANSTATT ÜBEREINANDER!
DIESER VORSCHLAG IST EIN VORSCHLAG ÜBER DEN ZU REDEN IST, NICHTS WAS WIR UNBEDINGT FORDERN!

ES IST KEIN VORSCHLAG NUR FÜR UNS, SONDERN EIN VORSCHLAG FÜR VIELE INTERESSIERTE, EIGENTLICH FÜR ALLE – WIR HABEN ABER DIE PLATTFORM ETWAS PUBLIK ZU MACHEN UND HOFFEN EIGENTLICH IM NAMEN VIELER ZU SPRECHEN, DENN WIR SIND WENIGE – UND ALLEINE KÖNNEN WIR AUCH WENIG!

SEID NICHT GEGEN IRGENDWAS NUR AUFGRUND VON VORURTEILEN ODER ANTIPATHIE GEGEN EINZELNE. IHR MACHT NICHTS NUR FÜR UNS – IN ERSTER LINIE GEHT ES UM EUCH – UM ALLE, DENEN EINE ROSIGERE ZUKUNFT AM HERZEN LIEGT! WENN ES HILFT, VERGESST VON WEM DIESER VORSCHLAG KAM, DENN ES IST UNWICHTIG! VERSUCHT DIE SUBSTANZ DARAUS ZU ZIEHEN UND LASST UNS GEMEINSAM ETWAS DARAUS ENTWICKELN!

IMMER HEISST ES: HEY – WIR SIND DER FC BAYERN, WIR KÖNNEN ALLES!DANN LASST UNS HALT VERFLUCHT NOCHMAL ZEIGEN, DASS WIR DAS, WAS UNSERE SCHWÄBISCHEN ODER FRÄNKISCHEN NACHBARN(traurig genug, dass man diee hier mittlerweile erwähnen muss!) DRAUFHABEN SCHON LANGE KÖNNEN! LASST UNS ENDLICH AUCH EINE FAN – SHOW HINLEGEN, DIE DEM STELLENWERT UNSERES VEREINS WENIGSTENS ANNÄHERND GERECHT WIRD! EIN EUROPÄISCHER SPITZENKLUB FC BAYERN HAT KEINE KURVE DER GRAUEN MÄUSE VERDIENT! SCHLUSS DAMIT, DASS HEIMSPIELE SCHEISSE SEIN MÜSSEN! SCHLUSS DAMIT, DASS WIR MEISTENS KEINEN STIL HABEN! MAN MUSS NICHTS AKZEPTIEREN, WAS MAN ÄNDERN KANN! JEDER DEN ES AUFREGT HAT ES SELBST IN DER HAND – KEINE AUSREDEN MEHR! ES SIND JETZT 2 VERDAMMTE WOCHEN BIS ZUM NÄCHSTEN HEIMSPIEL – DIE SOLLTEN WIR NICHT UNGENUTZT VERSTREICHEN LASSEN! BEI DEM SPIEL MUSS WAS PASSIEREN!
GET UP – STAND UP, STAND UP FOR YOUR RIGHT!

Wir entschuldigen uns nochmal recht herzlich bei allen, die so gerne Schaum vor dem Mund tragen,
das auf dem Bild gerade unsere Fahne zu sehen ist! Sorry! *ggg*

Warum alles so lassen wie es ist, nämlich erniedrigend schlecht? Aus falschverstandenem
Traditionsverständnis, aus Trägheit, aus Sturheit, oder einfach nur weil man aufgegeben hat????

GEBT EINE ANDERE ANTWORT – AUCH FÜR EUCH!

MM 1996 im November 2001

Symbolik: Südkurve 72

Bereits früher tauchte die Zahl „72“ in Zusammenhang mit der Südkurve München auf. So war z.B. auf T-Shirts mit dem Aufdruck „Südkurve München“ auf der Brust die „72“ groß auf den Rücken gedruckt. Verschiedene Fangruppen und Fans verwenden die „72“ als Symbol für unsere Südkurve. Und das in letzter Zeit viel häufiger. Grund hierfür dürfte die immer stärker werdende Zusammenarbeit der Bayernfans in der Südkurve sein, die ja mittlerweile auch Früchte trägt. Wofür die Symbolik „72“ steht? Diese Frage ist natürlich schnell beantwortet und die Antwort dürfte den meisten eh geläufig sein. Im Jahr 1972 spielte unser FC Bayern das erste Mal im neu errichteten Olympiastadion. Seit dieser Zeit ist die Südkurve Heimat der Bayernfans. Diese Zeit wurde Anfangs von so bekannten Fanclubs wie „Südkurve `73“ und den „Red Angels“ geprägt. Lange Zeit war die Südkurve des Olympiastadions DER Fanblock des FC Bayern. Hier liegen auch die Wurzeln der Schickeria. Mit dem Umzug in die Fröttmaninger Arena war von Anfang an klar, dass die neue Heimat der Fans die Südkurve sein wird. Auch wenn natürlich viele Bayernfans aufgrund der Teilung der Kurve im Norden gelandet sind und sich nach und nach dort etwas aufbauen. Natürlich gab es auch schon vor 1972 Bayernfans, die damals noch die Spiele im Grünwalder verfolgten, trotzdem spielt dieses Datum für uns Bayernfans eine große Rolle. Es ist das Jahr unserer Südkurve.

Wenn wir heute die „72“ als Symbol verwenden, dann stecken dahinter zwei Aussagen. Einmal ist die „72“ ein Symbol für unsere Herkunft, unseren Ursprung: nämlich die Südkurve München. Wie wir als Kinder das erste Mal ins Stadion gekommen sind, war dies der Ort, an dem wir einmal sein wollten. Es war unser Ziel, Teil dieser Einheit zu werden. Wir waren fasziniert von dem Fanatismus der Fans in der Südkurve. Dieser Bann hat uns bis heute nicht losgelassen. So wie es wahrscheinlich den meisten Fanclubs und Fangruppen geht, haben auch wir als Schickeria uns hier gefunden. Die Schickeria ist wie viele andere auch hieraus entstanden. Wir sind Kinder dieser Kurve.

Nicht zuletzt ist die „72“ für uns ein Symbol der neu gefundenen Einheit unserer Kurve, unserer Zukunft. Diese Einheit hat uns auf einen Weg gebracht, an dessen Ende wir einmal wieder voller Stolz von UNSERER FANKURVE sprechen können, die dem großen Namen Südkurve gerecht wird. Denn das muss das Ziel von uns allen sein. Entsprechend verstehen wir die „72“ auch nicht als „unser“ Symbol, sondern als Zeichen aller Leute, die dieses Interesse mit uns teilen, die die Leidenschaft und den Fanatismus für die Südkurve München und den FC Bayern teilen.

Wir sind alle ein Teil des Ganzen! Lasst uns diesen Weg weiter zusammen gehen.

SÜDKURVE MÜNCHEN -72- Ursprung und Zukunft!

ursprünglich erschienen in GDS 7

Gedanken zur IMK

Ultras warnen: „Innenministerkonferenz gefährlich“

Diesen Dienstag und Mittwoch findet in Frankfurt am Main die 192. Sitzung der Innenministerkonferenz (IMK) statt. Bei dieser Zusammenkunft besprechen die 16 Innenminister und -senatoren der Länder zusammen mit dem Bundesinnenminister aktuelle sicherheitspolitische Themen.

Wenn die Minister dabei über Sicherheit sprechen, haben sie aber vor allem leider nur eines Kopf: Anstatt sich ausführlich über Themen wie beispielsweise den Katastrophenschutz auszutauschen, geht es ihnen vor allem um die Sicherung ihrer eigenen Macht beziehungsweise der momentanen politischen Elite unseres Landes, deren Repräsentanten sie sind. Sicherheitspolitik bedeutet im Rahmen der IMK vor allem eines: Es geht um die Ausgrenzung und Kontrolle von sozialen Gruppen, die eine politische Position jenseits des von den politischen Eliten etablierten gesellschaftlichen Konsenses vertreten. Diese werden grundsätzlich als Gefahr für die demokratische Grundordnung dargestellt. Dabei werden progressive linke Ideen für eine ausgeglichenere Gesellschaftsordnung mit dem Gedankengut von Rassisten und religiösen Spinnern in einen Hut geworfen. Die Innenministerien der Länder legen fest, welche Beiträge in der Debatte über unser Zusammenleben noch zulässig sind und welche nicht. Differenzierung ist dabei nicht angesagt, denn von hauptsächlicher Bedeutung ist nur, die Herrschaft der momentanen Elite als alternativlos hinzustellen und ihr legales Instrumentarium zur Kontrolle der Gesellschaft zu erweitern.

Hierzu ist es hilfreich die Bürger nicht nur mit abstrakten und kaum greifbaren Gefahren wie „Internationalem Terrorismus“ oder „Linksextremen Revolutionsbestrebungen“ zu konfrontieren, sondern ihnen auch Bedrohungen zu präsentieren, die ihnen quasi tagtäglich vor der Haustür begegnen könnten. Und an genau dieser Stelle betreffen uns die Gespräche auf der Innenministerkonferenz nicht mehr ausschließlich als politisch denkende Menschen, sondern auch in unserer Eigenschaft als Fußballfan. Wir lassen uns nämlich vorzüglich als Schreckgespenst instrumentalisieren, das viele Durchschnittsbürger nach mehr Sicherheit schreien lässt. Schon fast jeder ist mal mit feiernden Fußballfans im Zug unterwegs gewesen und hat sich gegenüber der auf den ersten Blick relativ homogen wirkenden Gruppe etwas unsicher gefühlt, schließlich berichten die Medien ja nicht unbedingt zum Vorteil der Fußballanhänger. Da sind die Fußballfans im Allgemeinen und die Ultras im Speziellen schnell zu Feinden jeglicher öffentlichen Ordnung und einer Gefährdung von friedlebenden Menschen hochstilisiert. Kaum eine andere Intention kann hinter den kürzlich getroffenen Äußerungen des hessischen Innenministers und aktuellem IMK-Vorsitzenden Boris Rhein stehen. Er spricht sich für ein Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr und in Fußballstadien aus, da dieser die Fans oft erst völlig enthemme. Unterstützung findet Rhein in seinen Äußerungen dabei in einem für die vorangegangene IMK angefertigten Bericht in dem es heißt „[e]ine Einführung eines unternehmerischen Alkoholkonsumverbotes [durch die Verkehrsbetriebe] verfolgt das Ziel, dass die Verkehrsmittel des ÖPV dem eigentlichen (Transport-)Zweck folgend genutzt werden und Schäden bzw. Verschmutzung, u.a. aus Anlass des Fußballreiseverkehrs, vermieden werden.“ Man bedient geschickt und einfach das Klischee des betrunkenen, randalierenden Fußballfans, um bei den Bürgern ein Feindbild zu verfestigen. Der störende Fußballfan der mit verschiedenen Mitteln zur Ordnung gerufen muss, wobei ein Alkoholverbot hier freilich noch eher eine qualitative geringe Zwangsmaßnahme ist. Einen nächstmöglichen Schritt sieht der angesprochene Bericht der Bundespolizei allerdings schon vor. Ausdrücklich werden sogenannte Fanzüge gelobt. Diese haben für uns Fußballfans – bei einer angemessenen Preisgestaltung – sicher zweifellos einen Reiz; gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten auf Reisen zu gehen, ist jedes Mal eine schöne Erfahrung. Leider sind diese Züge aber auch meist teurer als die regulären Sparangebote der Bahn. Wirklich bedenklich wird das Lob für Sonderzüge allerdings, wenn man liest, dass die Bundespolizei der IMK die Separierung der Fangruppierung auf dem Reiseweg als großen Vorteil anpreist. Der Fußballfan soll auf seinen Reisen also möglichst wenig Kontakt mit seinen Mitmenschen haben. Als asozial abgestempelt muss der Rest der Gesellschaft vor ihm geschützt werden. Eine ganze Personengruppe wird somit pauschal zum Problemfall deklariert. Dies rechtfertigt auch ihre Begleitung durch einen oft überzogenen Sicherheitsapparat und eine Einschränkung ihrer persönlichen Bewegungsfreiheit. Ein Sicherheitsapparat, der in einer Zeit des zunehmenden Auseinanderdriftens zwischen Armen und Reichen, jederzeit zur Niederschlagung von sozialen Protesten genutzt werden könnte und auch bereits genutzt wird.

Bei seiner pauschalen Kritik an Fußballfans schafft es Innenminister Rhein dann aber doch etwas zu differenzieren, oder auf neusprech wohl eher „zu separieren“. Die größte Bedrohung geht für ihn zweifellos von den Ultras aus. In deren Gruppe würde ein Männlichkeitskult gepflegt, eine ausgeprägte Homophobie herrschen, Gewalt verherrlicht und die öffentliche Provokation geliebt. (Link) Neutrale Beobachter der Fankurven dürften sich über einige Äußerungen des aktuellen IMK-Vorsitzenden wundern. Es ist wohl unbestreitbar, dass in vielen Stadien der Republik insbesondere die Ultras durch massive Aufklärungsarbeit ganz besonders dazu beigetragen haben, dass homophobe Gesänge nicht mehr zum gesanglichen Standard-Repertoire der Kurven gehören. Dieser Vorwurf ist in seiner Undifferenziertheit und Breite absolut unhaltbar. Gleiches gilt für die anderen Anschuldigungen. Selbst beim Thema Gewalt – mit Sicherheit einem der kontroversesten Aspekte der Ultrabewegung – kann allerhöchstens von einem weniger heuchlerischen Umgang mit dem Phänomen gesprochen werden, die vom Innenminister implizierte Gewaltgeilheit ist weiten Teilen der Ultrabewegung fremd.

An einer genauen Analyse der Sachbestände besteht seitens der Innenminister allerdings auch keinerlei Interesse. Es geht bei der IMK vor allem darum Meinung zu machen, Ängste zu schüren und somit weitere Einschränkungen von Bürgerrechten und größere Befugnisse für die Sicherheitsbehörden vor dem Wahlvolk zu legitimieren. Als zu diskreditierende Gruppe ist dabei eine jede Recht: Flüchtlinge, Jugendliche oder Fußballfans. Das Ergebnis bleibt gleich: Die Repräsentanten des Staats kontrollieren immer mehr, unsere Rechte werden immer geringer. Lasst Euch das nicht gefallen, nicht als Fußballfans und nicht als freie Menschen.

Freiheit für die Ultras – Freiheit für die Bürger

weitere Links zum Thema:

IMK allgemein
Junge Welt
IMK auflösen“ Bündnisaufruf


Polizei späht Handydaten aus

sueddeutsche.de
taz.de
taz.de

Vorratsdatenspeicherung

sueddeutsche.de
taz.de

Zapatismus, Fussball und Rebellion

Hier findet Ihr einen Text über Zapatisten und Fussball in Südamerika und Italien. Am Ende wird das Torneo del Bae beschrieben, welches ab Donnerstag zusammen mit dem Alerta-Turnier in Venedig stattfinden wird. Lesenswert!

Fussballfan – der neue Staatsfeind

Die jüngsten Entwicklungen im allgemeinen Umgang mit Fans seitens der Vereine, der Verbände und vor allem der Medien haben inzwischen ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Zweifellos ist es nachzuvollziehen, dass Vorfälle, wie jene, die sich in einigen Stadien Deutschlands in der Rückrunde der Saison 2009/2010 ereignet haben (Schwerverletze Fans durch Pyrotechnik in Nürnberg, den Platz stürmende Fans in Berlin), Untersuchungen und auch Folgen nach sich ziehen. Die Vereine haben schließlich das Hausrecht und müssen dafür Sorge tragen, dass die Sicherheit aller Zuschauer gewährleistet ist. Die Verbände DFB und DFL sind schon allein aus Gründen der Vermarktung an einem möglichst positiven Image ihres Produktes Bundesliga interessiert. Daher muss derjenige, der verbotene Dinge tut, auch mit Strafen rechnen. Wir leben nun einmal in einem Rechtsstaat bzw. fordern wir diesen ein.
Allerdings gilt es auch ganz allgemein zu bedenken, dass es bei Massenveranstaltungen wie den Spielen der Bundesliga niemals eine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Wer etwas anderes behauptet oder anstrebt, lebt bzw. handelt fern der Realität. So wird also landauf, landab nach harten Konsequenzen geschrieen bzw. wurden diese mit den Urteilen der DFL im Frühjahr 2010 schon umgesetzt. Namentlich zu nennen sind leere (Gäste)kurven und personalisierte Tickets, also Strafen, die nicht die Verursacher der Randale allein bestrafen, sondern große Teile der Fans, im Zweifel alle. Doch das stört scheinbar nicht. Im Gegenteil: Von DFL und einigen Medien werden diese Strafen sogar gefeiert. Der Leiter des urteilenden Sportgerichtes Lorenz behauptet: „Damit treffen wir den randalierenden Fan direkt.“ Und z.B. Roland Funk schreibt in seinem Kommentar in der FAZ (23.03.2010), dass die Kollateralschäden an unschuldigen Fans hinnehmbar seien, solange nur der harte Kern auch bestraft wird. Zweifel an diesen Worten sind angebracht. Zu offensichtlich ist der eklatante Widerspruch, den eine Strafe für alle für die Tat einiger Weniger für unser Rechtsempfinden darstellt. Es ist doch auch undenkbar, dass alle Kunden beim Betreten eines Supermarktes ihre Personalien abgeben müssen, weil sie als potenzielle Ladendiebe gelten oder dass einen Tag in Stuttgart keine Autos fahren dürfen, weil wieder ein paar Verkehrssünder zu viel mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden. Warum also werden bei den Fans nicht nur, wie sonst auch üblich, die Täter bestraft, sondern auch das nächstgrößere Kollektiv?
Zunächst geht es der DFL nach eigenen Bekunden darum, Zeichen zu setzen und künftige „Gewaltexzesse“ zu verhindern. Im Grunde ein guter Ansatz, doch Kollektivstrafen sind sicherlich kein geeignetes Mittel dazu. Die Maßnahmen erscheinen eher wie eine Verzweiflungstat und werden in Zukunft nur noch schwer zu toppen sein. Außerdem muss erwähnt werden, dass die Quote der Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden bei den bislang geahndeten Vorfällen (Nürnberg, Hertha, Köln, Rostock und Dresden), trotz der sehr ausführlichen, aber leider wenig differenzierten, Medienberichterstattung zum Glück doch sehr gering ausfällt, wenn man sich mal die Menschenmasse vor Augen führt, die im Laufe einer ganzen Saison in die Bundesligastadien pilgert.

In jeder Großraumdisko gibt es mehr Ärger. Auch bei anderen Großraumveranstaltungen, wie beispielsweise dem Münchner Oktoberfest, werden mehr Straftaten aufgenommen als in einer gesamten Bundesligasaison. Die fehlende Relation erweckt daher den Anschein, die DFL würde mit ihren harten Strafen „mit Kanonen auf Spatzen“ schießen. In Wahrheit sollte jedoch wohl ein Exempel statuiert werden. Es sollte endgültig eines der bedeutendsten Probleme unseres Landes ins Visier genommen werden (Vorsicht Ironie!): Der unbequeme, eigensinnige, kritische und konsumunfreudige Fußballfan. Dem Treiben der Ultras sollte Einhalt geboten werden. Es wurden Kollektivstrafen in einem bis dato unbekannten Ausmaß verhängt. Damit zeigten Verbände wie Vereine überdeutlich, was sie von uns halten: Der gemeine Pöbel aus den Kurven ist ihnen suspekt. Waren wir lange Zeit noch als Pausenclowns geduldet, so werden wir nun zum unkontrollierbaren Sicherheitsrisiko degradiert. Durch ihre Unberechenbarkeit, ihre Unbequemlichkeit und ihre wieder anwachsende Macht sind die aktiven Fans den Bonzen ein Dorn im Auge und werden als unkontrollierbarer Faktor eine Gefahr für die Hauptinteressen am Fußball – dem Big Business.

Aber es geht, inoffiziell versteht sich, auch darum, die Fanszene an sich zu spalten. Durch die ständigen Hinweise auf „die Ultras“, egal ob beteiligt oder nicht, werden Klischees bedient, Vorurteile geschürt und Gräben geschaffen. Denn wer möchte schon mit diesen „Radaubrüdern“ in einen Topf geschmissen werden? Schwupps hat man „gute“ Fans und „böse“ Fans, die sich hoffentlich gegenseitig anfeinden, denn eine geschwächte, gespaltene Fanszene kann keine mächtigen Proteste gegen Kommerz, für bessere Anstoßzeiten oder gegen die emotionslose Spielweise der überbezahlten Profis organisieren. „Dividere et impera“ hieß das bei den alten Römern – „Teile und Herrsche“.
Abgesehen von den Beweggründen für die Verhängung von Kollektivstrafen ist es fraglich, ob die Maßnahmen ihr Ziel, die Befriedung der Kurven, erreichen. Bei personalisierten Eintrittskarten kann der Effekt getrost verneint werden. Auch wenn die Namen der Käufer bekannt sind, wer kann garantieren, dass nicht einer eine Fackel zündet oder über den Zaun springt? Außerdem bringt die Personalisierung nur etwas, wenn sie am Spieltag auch durch Ausweiskontrollen überwacht wird und das war nicht einmal bei der WM 2006 der Fall, weil der Aufwand bei 50.000 Stadionbesuchern viel zu hoch wäre. Daher haben nur die Fans unter einer weiteren Form der Schikane zu leiden, z.B. wenn sie eine Karte erwerben, dann aber doch nicht zum Spiel können und die Karte auf einen neuen Käufer umschreiben lassen müssen.

Auch mit den Aussperrungen ist das so eine Sache. Wenn ich ein Spiel nicht besuchen darf, weil drei Blöcke weiter einer ein Bengalo abfackelt, dann ärgert mich das natürlich. Aber auf wen bin ich dann sauer? Auf den für mich anonymen Zündler oder auf den unpersönlichen Verband, der die Sanktion erteilt? Vermutlich auf beide, denn ich habe ja nichts gemacht, darf aber dennoch nicht in Stadion. Und genau hier liegt das Problem der DFL. Denn durch Urteile wie diese macht sie sich zum Feindbild, weil sich Unschuldige zu Recht ungerecht behandelt fühlen. Kommt nun noch der Eindruck von Willkür und das Gefühl „die machen ja eh was sie wollen“ hinzu, dann kann das ganz schnell zum Problem werden. Nicht umsonst wird es Pädagogen heutzutage beigebracht, bei Unterrichtsstörungen durch Schüler auf Strafarbeiten für die gesamte Klasse zu verzichten, da die Unschuldigen sich eher mit ihren Klassenkameraden solidarisieren, als mit dem Lehrer. Insgesamt ist es ein sehr gefährliches Spiel, welches Verband, Polizei und Medien betreiben, wenn sie ständig über (vermeintliche) schwere Ausschreitungen und Randale berichten und diese überhart sanktionieren. Es gibt schließlich so etwas die „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Familienväter werden es sich zweimal überlegen, mit ihren Kindern ins Stadion zu gehen und dafür auch noch richtig viel Geld zu zahlen, wenn sie aus den Medien den Eindruck gewinnen im Stadion mitten im dritten Weltkrieg zu sitzen. Andererseits werden gewaltgeile Subjekte eher geneigt sein mal wieder im Stadion vorbeizuschauen, da dort ja wieder was zu gehen scheint. Somit würden Gewaltbereite das Familienpublikum ersetzen. Sollte diese Entwicklung tatsächlich eintreten, wäre das bestimmt die schlechteste Variante für alle Seiten. Bei allen Überlegungen lohnt sich einen Blick über den Tellerrand, ins Ausland, zu werfen. In Italien, Polen und Griechenland sind Auswärtssperren, Geisterspiele, und personalisierte Tickets die Regel. Gebracht hat es nichts.

Das Feld für die Ausrottung der Fankultur bereiteten wie bereits erwähnt die Medien mit ihrer reißerischen Berichterstattung. Mit populistischen Äußerungen anstatt konstruktiver Auseinandersetzung mit der Thematik sorgten zudem verschiedene Politiker und sogenannte Fußballprominenz für weiteren Zündstoff. Mit seriösem Journalismus hatte das was die Presse in den letzten Monaten von sich gab, wahrlich nichts mehr gemein. Die nach Sensationen lechzende Presse schrieb Horrorszenarien herbei und scherte sich dabei einen Dreck um selbst recherchiertes Hintergrundwissen, differenzierte Betrachtung und die Befragung aller Beteiligten. Im Gegenteil: Die meisten Gazetten überschlugen sich gegenseitig in noch krasseren Schilderungen. Es entstand der Eindruck, je reißerischer der Artikel, umso besser. Fanvertreter oder gar beteiligte Fans wurden in den allermeisten Fällen weder gehört, noch gefragt. Lieber schrieb man ein paar passende Zeilen aus zweifelhaften Internetforen ab oder übernahm blind Polizeiberichte. Ein beschämendes Bild, das die Berichterstattung hier abgab. Da passte es auch gut ins Bild, dass den bekannten Scharfmachern, wie etwa die Gewerkschaft der Polizei, eine bundesweite Plattform für deren völlig überzogene Forderungen nach Abschaffung von Stehplätzen, Geisterspielen und Bekämpfung der Fankultur gegeben wurden.

Alledem zum Trotz werden wir aber nicht kampflos weichen. Denn den Bonzen das Terrain zu überlassen, würde bedeuten, unsere Liebe und unsere Werte zu verraten. Dinge, mit denen „die da oben“ scheinbar nicht anzufangen wissen. Wir werden weder klein beigeben, noch lassen wir uns auseinanderdividieren und in „gute“ und „böse“ Fans aufteilen. Wir sind dabei für alle offen, die mit uns ein ehrliches und ernst gemeintes Gespräch suchen und unsere Einstellung und Werte respektieren. Ansonsten wollen wir weiter durch Kreativität, Stimmgewalt und Leidenschaft überzeugen.
So, wie wir es nun schon seit 13 Jahren tun.

Text aus: stoCCarda Nr.3 – Das Saisonheft des Commando Cannstatt

Brief aus dem „Parterre“ der Curva Fiesole

Ein Brief von einem der „Noi Non Tesserati“ aus dem „Parterre“ der Curva Fiesole in Florenz, veröffentlicht im Supertifo Ausgabe Oktober 2010 (nach der „Übernahme“ des Supertifo u.a. durch Domenico Mungo). Ist selbst (von daher sicher einige Fehler drin) und außerdem an einigen Stellen recht frei übersetzt. Aber ein Text mitten aus der Kurve, der trifft, anregt, anspornt. Ein Text, der, wenn auch in gänzlich anderem Kontext, Parallelen zur aktuellen Situation in München aufweist

„Am Tag nach dem Pakt der Einheit der Kurve, in Bezug die Pfiffe der „Normalos“ und die Ehre, die Ultras Viola von jeher zu sein: ungezähmt, frei, stolz. Die letzten in die Fiorentina verliebten Rebellen. Diesen Brief haben wir erhalten und veröffentlichen ihn gerne.

Das ist der richtige Geist. Der vom vergangenen Sonntag gegen Parma. Ich habe sofort die Pfiffe und das Nichteinverständnis des ein oder anderen aus dem oberen Bereich realisiert, als wir die Kurve betraten, so wie es auch gegen Napoli geschehen ist, aber es ist legitim. Desinformation, Spießbürgertum, Oberflächlichkeit, aus der Menge den Mund aufreißen – das ist die Gewohnheit des Herdenvolks, das nicht versteht und nicht sehen will, dass die Gründe derer, die Kämpfe austragen wie denjenigen gegen die Tessera, alle betreffen, auch sie. Dies ist das Problem der sogenannten kritischen Minderheiten: sie werden praktisch nie von der Mehrheit unterstützt, aber ohne ihre Arbeit würde das Einheitsdenken noch mehr dominieren. Das, was wir Sonntag getan haben und v.a. das, was wir in den vorangegangenen Wochen getan hatten, zwischen Versammlungen, Kontakten, Entscheidungen, Versöhnungen, Duldungen, gegenseitigen Klarstellungen, ist etwas außergewöhnliches für die Fiesole. Jetzt wissen wir, wieviele wir sind, wer wir sind, auf wen man sich verlassen kann und wer fahle Scheinheiligkeit und nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen bestätigt hat. Jetzt ist das Parterre eine Realität, minoritär, noch zersplittert, aber real, echt, lebendig. Einige unbezähmbare Alte und viele überzeugte Junge. Ich war am Sonntag drinnen und vor allem draußen gerührt, ich hatte Gänsehaut, ich war da um mit anderen wie mir meine alte Fiesole zu koordinieren und die Fiesole pulsierte wie damals. Wir sind immer noch mutig und selbstbewusst, dreiste und naive Träumer. Nur so kann man wieder zu den Ultras der Fiorentina werden, hinter keinem zurückstehend. Wir dürfen nicht an die Pfiffe der Clowns von fiorentina.it denken, wir dürfen nicht an einen lächerlichen Verein denken, der uns nicht verdient, und auch nicht an ein Publikum, das uns eigentlich danken müsste weil wir noch eine halbe Stunde nach Spielende rennen und die Neapolitaner verfolgen, die unsere Jungs in der Dunkelheit abstechen; wir fahren nach Genua ohne Tessera, wir singen im Regen bis wir uns die Kehle ruinieren… aber das weiß der nicht, der vom letzten Rang aus pfeift… aber dennoch ist auch er ein Fan der Viola, seine Unterstützung dient der Fiorentina und er wird von uns trotzdem respektiert, auch wenn er ein bürgerlicher Gutmensch ist, voller politisch korrekter Vorurteile… Wenn Du ins Parterre kommst, bring Deine Freunde mit, beschnuppere Dich mit anderen, suche die, die so sind wie Du, und bildet eine Bande; kommt zu den Versammlungen, ihr die ihr kommen könnt, informiert Euch, nehmt an den Aktionen teil, organisiert Euch für die Auswärtsfahrten, bringt violette Fahnen und Schals mit, macht Doppelhalter, erfindet Gesänge… seid ultras viola!

Avanti Curva Fiesole! Uniti si vince!“

Das ewige Derby – Spielbericht

Da wir unser GDS-Blog ja als kleines Archiv für Fanzinetexte verstehen, gibt es heute mal ganz Fanzine-like einen Spielbericht vom Belgrader Derby

06.04. FK Crvena Zvezda – FK Partizan 1:0 (0:0)
Da sich unser FCB ja dieses Jahr leider frühzeitig aus dem internationalen Geschäft verabschieden musste, sind im Geldbeutel ein paar Scheinchen übrig geblieben und auch im Terminkalender war es plötzlich leichter mal noch einen freien Timeslot zu finden. Deshalb nutzte eine Münchner Reisegruppe letzte Woche die Chance sich das ewige Derby zwischen Roter Stern und Partizan in Belgrad anzuschauen. Nachdem wir am Vorabend in Bratislava das Pokalhalbfinale zwischen dem heimischen SK Slovan und Spartak Trnava gesehen hatten, erreichten wir zur Mittagszeit die serbische Hauptstadt Das Auto wurde in einer Seitenstraße in Stadionnähe in einem Viertel mit vielen diplomatischen Vertretungen abgestellt. Von hier ging es einzeln bzw. paarweise zum Marakana, um Eintrittskarten zu erwerben. Man wollte halt nicht gleich allzu sehr auffallen, was allerdings gar nicht so einfach war, wenn gefühlte 80% der männlichen Bevölkerung über 1,85 groß ist und wohl deutlich mehr Zeit als man selbst investiert, um den Körper in Form zuhalten. Nicht die klassischen Anabolika-Opfer, aber doch sehr sportlich gebaut. Am Stadion selbst war jedenfalls schon allerhand los. Auch die Polizei zeigte bereits starke Präsenz, wobei dies gerade bei internationalen Spielen nochmal deutlich mehr sein soll. Durften wir 2007 ja auch erleben, als für uns ab der Stadtgrenze Belgrads quasi jede Straße inklusive Stadtautobahn komplett gesperrt wurde. Erstmal also den Kartenschalter angesteuert, wo der Einkauf gleich mit dem freundlichen Hinweis des Kartenverkäufers doch eine Karte auf der Haupttribüne zu nehmen, da diese „best for tourist“ sei, begann. War ohnehin die Intention, also die fälligen 10.000 Dinar (ca. 10 Euro) rübergeschoben und Karte eingesteckt.

Als Treffpunkt für den Start in den Nachmittag war die Tramstation am Stadion ausgemacht, von wo aus wir in die Stadt spazierten. Die Wege trennten sich allerdings schnell wieder, da ein Teil die Sehenswürdigkeiten der Stadt bereits bei vorherigen Besuchen in der Weißen Stadt abgeklappert hatte, während andere als Belgrad-Novizen ein höheres Interesse an Kultur an den Tag legten.

Da das Spiel bereits für 17 Uhr angesetzt war, fiel der Aufenthalt in der Stadt auf jeden Fall relativ kurz aus und es ging zeitig zurück zum Stadion – natürlich nicht ohne sich mit lokalen Köstlichkeiten gestärkt zu haben. Die Polizei hatte dabei kleinere Kontrollpunkte installiert, um das Alkoholverbot in Stadionnähe durchzusetzen. Sagen wir mal, dass dies ob des sporadischen Charakters der Kontrollen, eher nicht von Erfolg gekrönt war. Von einer Fantrennung war eigentlich nichts zu merken, wobei die überwiegende Mehrheit der Fans ohnehin zivil gekleidet war und man die Vereinszugehörigkeit somit nicht erahnen konnte. Leider hatte deshalb auch kaum jemand seinen Schal dabei. Die Kontrollen am Stadioneingang blieben oberflächlich und so durfte man kurze Zeit später einen Blick in den offiziellen Vereinsshop und den Laden der Delije werfen, bevor man auf Höhe der Mittellinie Platz nahm. In Serbien gilt nämlich noch das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Es herrschte freie Platzwahl, obwohl natürlich auf den Karten feste Plätze zugewiesen waren. Wenn ein solches Verständnis nur auch mal bei allen Leuten im Gästeblock bei europäischen Auftritten unserer Mannschaft da wäre – ab dem Achtelfinale leider geradezu utopisch, außer wir müssen nächste Saison doch im UEFA-Cup ran.

Eine Stunde vor Spielbeginn waren die Kurven zwar noch nicht voll, aber beide Seiten stimmten sich bereits gesanglich auf das Spiel ein. Lautstärkemäßig war das ganze dabei weit über dem was man aus Bundesligastadien gewohnt ist. Besonders laut wurde es als der Keeper von Partizan Vladimir Stojkovic zum warmmachen aufs Spielfeld kam (im übrigen als einziger, da die anderen Akteure sich nicht auf dem Spielfeld aufwärmten. Die Geschichte rund um das Auswärtsspiel der serbischen Nationalelf in Italien dürfte ja jedem bekannt sein, und auch ohne serbisch Kenntnisse war klar, dass die Anhänger von Roter Stern ihm seine Unterschrift (eigentlich ja ein Ausleihgeschäft von Sporting Lissabon) bei Partizan immer noch nicht verziehen haben. Jedenfalls wurde er ordentlich bepöbelt und alles mögliche flog in seine Richtung, wobei es aufgrund der Laufbahn kein Gegenstand in seine Nähe schaffte. Ziemlich uncool allerdings, dass einer der auf ihn gezielten Böller in die „Einlaufkinder“ flog, die schon neben dem Spielertunnel bereitstanden. Passiert ist offensichtlich nichts, aber die Kinder dürfen trotzdem gut geschockt gewesen sein. Auf der Haupttribüne wurde dieser kleine Vorfall recht gleichgültig registriert, andere Länder, andere Sitten, wobei sich für mich die Faszination von Böllern in Fußballstadien nie erschließen wird. Macht halt Krach, hat aber optisch halt null wert.

Bei Spielbeginn dürfte das 55.000 Zuschauer fassende Stadion von Roter Stern dann zu 75% gefüllt gewesen sein ( das Internet sagt, es waren exakt 41682 Zuschauer), wobei sich in der Heimkurve vermutlich ein paar Fans mehr aufhielten als eigentlich zugelassen. Die Delije präsentierten eine nette Choreo mit einer Blockfahne, die einen Typ mit rot weißem Schal im Krankenbett zeigte, dazu ein Spruchband, das in etwa mit „Diese Krankheit ist nicht heilbar“ übersetzt werden könnte. Die Blockfahne war bereits ein paar Minuten oben, als dann auf Kommando mehrere tausend kleine Fähnchen hochgingen und somit ein hübsches Bild ergaben. Dann durften wir für 45 Minuten eine tolle gesangliche Leistung des Heimanhangs verfolgen. Schöne Lieder, teils mit mehr Text, teils mit lalala, dazu Klatscheinlagen bei denen annähernd 10.000 Leute die Hände oben hatten, klasse! Auf der Gegenseite hatten die Grobari zwar ebenfalls starke Zwischeneinlagen, aber es waren auch große Hängerphasen dabei. Das muss man jetzt natürlich im Vergleich zum Heimanhang sehen. Auch wenn sie Roter Stern auf den Rängen deutlich unterlegen waren, hätten die Schwarz-Weißen immer noch jede Bundesligakurve locker in die Tasche gesteckt. Alleine die Koordination des Gästepöbels war beeindruckend. Wie auf Knopfdruck gingen da 7000 Paar Hände nach oben. Beteiligungsquote lag bei fast allem sehr nahe an der 100% Marke. Gleiches galt freilich auch für die Heimseite, wobei hier in Teilen auch die Tribünenseiten bei Hüpf- und Klatscheinlagen mitwirkten. Die Gesänge wurden bei den Delije dabei immer mal wieder von einzelnen Bengalos untermalt. Eine koordinierte Pyroaktion von Roter Stern blieb während des Spiels aber aus.

Fußballerisch bekam man nicht viel geboten. Das junge Team von Roter Stern musste eine 2:0 Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen. Sie versuchten dies zwar engagiert, im Abschluss haperte es aber gewaltig und wie es im Fußball so ist, kam dann auch noch Pech dazu. Die Torchancen basierten aber zu einem großen Teil auch auf Unvermögen der Verteidigung, womit das Projekt „Scouting eines neuen Abwehrspielers“ sehr früh auf Eis gelegt wurde. Schade, wäre ganz nett die Fahrt als Spesen beim Verein einreichen zu können.

Bis zur Pause blieb es torlos, aber auch wenn die Akteure auf dem Feld spielerisch keine Bäume ausrissen, war vor allem aufgrund der Heimkurve definitiv Vorfreude auf Halbzeit zwei vorhanden. In der eben dieser schien es derweil Ärger zu geben. Mehr können wir dazu nicht sagen. Anschließend wurde die Fahne der Ultra Boys abgehangen, wobei wir auch hier nicht wissen inwiefern ein Zusammenhang besteht.

Ungeachtet dessen setzte die Heimkurve ihren guten Auftritt in Halbzeit zwei fort. Machte richtig Spaß zuzuhören und zuzusehen. Ihre Spieler auf dem Feld dankten es ihnen weiterhin mit viel Einsatz, wenn auch die Belohnung noch ausblieb. Auf der Gegenseite zündeten die Grobari zur 70. Minute 40-50 rote und grüne Bengalos. Ein Pluspunkt für den Partizan-Anhang, der aber die deutliche gesangliche Niederlage nicht wettmachen konnte. Die Bengalos waren gerade in Richtung der Ordner im Innenraum entsorgt, als sich der Blick von den Rängen wieder auf den grünen Rasen richtete, wo Roter Stern das 1:0 erzielte. Alle Heimfans gut am Ausflippen, hier war also noch was drin. Ab jetzt stand die Haupttribüne immer wieder für längere Phasen auf und beteiligte sich richtig stark am Support der Mannschaft. Traumhafte Zustände, was das angeht, hier sind viele Leute im Stadion wirklich noch mit Herzblut dabei. Ihr Verein bedeutet ihnen was und sie sind stolz auf ihn. Gibt es in Deutschland sicher auch, mit dem Unterschied, dass die Leute hier ihre Leidenschaft eben im Stadion herauslassen und nicht nicht in irgendwelchen Internet-Foren, wo man jedem, der nicht die eigene Meinung vertritt das Fansein abspricht.
Die Grobari ließen sich vom Rückstand nicht beeindrucken und so hüpfte erstmal der komplette Gästebereich mit dem Rücken zum Spielfeld. Ja, in einem knappen Pokalhalbfinale, 15 Minuten vor Schluss. Mein Ding ist das jetzt auch nicht unbedingt, wenn ich aber denke, wieviele E-Mails wir bekommen, wenn wir im Pokalhalbfinale mal den Neuer etwas intensiver aufs Korn nehmen, würde hier viele wohl einfach einen Herzkasper erleiden. Die Partizan-Fans hatten auf jeden Fall guten Grund ihrer Mannschaft blind zu vertrauen, denn sie ließ tatsächlich nichts mehr anbrennen. Die Heimmannschaft wurde trotzdem bejubelt und die Delije fackelten unten am Zaun nach Spielende nochmal zwei, drei Dutzend Bengalos ab. Sah nett aus, aber irgendwie erscheint mit Pyro nach Spielende relativ sinnbefreit, wenn es nicht wirklich was zu feiern gibt, was bei einem Ausscheiden im Pokalhalbfinale ja eigentlich nicht der Fall sein dürfte. Vielleicht war es aber auch die Freude geschuldet nach einigen erfolglosen Jahren immerhin mal wieder ein Derby gewonnen zu haben. Auf jeden Fall ließen die Roter Stern Fans ihren Verein auch zehn Minuten nach Spielende noch hochleben, während die Grobari nach einer kurzen Feier mit der Mannschaft zügig in Gruppen das Stadion verließen.

Für uns ging es zurück zum Auto, wo der Grundtenor durchweg positiv war. Erfahrenere Derbybesucher attestierten dem Spiel zwar später eine vergleichsweise schlechte Qualität, für uns als „Derby-Jungfrauen“ war es aber durchaus mehr als sehenswert und gerade die Heimkurve hinterließ doch bleibenden Eindruck

Schnell das Auto nochmal in die Stadt gesteuert, wo wir in netter Gesellschaft noch zwei Stunden in verbrachten bevor wir die Rückreise nach München antraten, um uns dort dann wieder von den „wahren“ Fans des FC Bayern erklären zu lassen, wieso wir niemals ebensolche sein können.

Fotos zum Spiel findet ihr hier.

Gastbeitrag: Strategie, Kontinuität, Hoeneß, van Gaal – Presseschau

Gestern erreichte uns folgende interessante Zuschrift, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Da ja einiges los ist in diesen Tagen rund um unseren Verein, hab ich mir ein paar Presseartikel angeschaut und mal so meine Gedanken dazu aufgeschrieben. Vielleicht wäre das ja auch etwas für Euer Südkurvenbladdl.

Als Begründung für die Trennung von Louis van Gaal werden ja „unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Clubs“ genannt. Hab ich was verpasst? Also meiner bescheidenen Meinung nach ist der Satz nur zur Hälfte richtig: Louis van Gaal hat nämlich ne grundsätzliche strategische Ausrichtung (wie immer man die im einzelnen beurteilen mag). Dem FC Bayern dagegen fehlt eine solche gänzlich. Es regiert biedere (schwäbische) Besitzstandswahrung in einer Liga, die unter Konkurrenzaspekten betrachtet zu schlecht ist, als dass man damit im Durschnitt nicht durchkäme. Nicht Kultivierung einer eigenen fußballerischen Identität, die diesem Club auf dem Rasen einen Wiedererkennungswert verschaffen würde, der seiner historischen Größe gerecht würde. Kurz gesagt: man verdient lieber im Stillen vor sich hin, als mit Mut zur Tat die Massen zu begeistern.

Für mich bringen 3 Artikel ganz gut auf den Punkt, was es dazu hauptsächlich zu sagen gibt:

Da wäre zum einen die Trainerbilanz seit 1987 und dem ersten Mal Heynckes. Lustiger Weise auch alle Trainer die ich persönlich bei Bayern miterlebt habe… Doch ein Haufen Holz, wenn man die ganzen Jahre dann nochmal so kompakt vor Augen hat…

Merkur: Schleudersitz FC Bayern

Fällt was auf? Stichwort: Kontinuität… 14 Trainerwechsel in 24 Jahren. Lediglich Heynckes (4,5 Jahre) und später Hitzfeld (6 Jahre) blieben mal länger am Stück. Nah am geliebten Europacup der Landesmeister dran oder sogar erfolgreich waren wir übrigens immer nur dann. Mit Lerby, Ribbeck, Rehhagel, Hitzfeld II und Klinsmann im gleichen Zeitraum übrigens 5 mal voll daneben und teilweise mit Witzfiguren unterwegs.

Es gibt da übrigens einen Mann, der diesen gesamten Zeitraum über in leitender Position verantwortlich war… ich will dem gar nicht vorwerfen, dass er es geschafft hat cleverer zu sein als die andernorts (v.a. in früheren Zeiten) oft waltenden Vereinsmeier mit dem Horizont von Dackelzuchtvereinsfunktionären – die Kohle zusammenzuhalten und Deutschlands wirtschaftlich schlagkräftigster Verein zu werden und zu bleiben ham wir zweifelsfrei geschafft (auch wenn die teils jämmerliche Konkurrenz schon einiges relativiert) – aber welche Club-Identität, welches Image hat unser Verein in der gleichen Zeit entwickelt, auf dem Rasen und außerhalb?

Den FC Bayern gab es schon vor Uli Hoeneß – und es wird ihn auch nach Uli Hoeneß geben. Der FC Bayern war schon ein großer, sportlich erfolgreicher Verein vor den ganz großen Erfolgen der goldenen Siebziger Jahre. Spätestens aber nach diesen. In der Mannschaft der „glorreichen 70er“ war Uli Hoeneß zwar als emsige Arbeitsbiene (und, das sollte nicht unterschlagen werden, mit großem Erfolg) dabei – die großen Protagonisten aber waren andere… Als Uli Hoeneß seine Arbeit als Manager angetreten hat, war der FC Bayern bereits längst ein Weltverein! Die Dinge, die einen heute beim Betrachten der Vereinshistorie ehrfürchtig, stolz und teilweise auch gerührt werden lassen (identitätsstiftende Erfolge, aber u.a. auch Aspekte wie die Ereignisse um Kurt Landauer und die NS-Zeit) waren größtenteils bereits erreicht. Danach wurde hauptsächlich finanziell saniert und das Erreichte dann (wenn auch auf hohem Niveau) verwaltet. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist das sicher gelungen, der Verein mußte sich nie wie andere existenzielle Sorgen machen – im Gegenteil. Auch das ein o. andere absolute Highlight, für das man als Anhänger dankbar sein muss, war sicherlich dabei – keine Frage. Das verdient Respekt – aber keine Götzenverehrung. Irgendwann ist aus Beständigkeit Dekadenz geworden – Langweile, Selbstherrlichkeit, Lethargie und Einheitsbrei, Ausverkauf von Werten (oft genug unter Aufgabe von Identität und ohne Respekt gegenüber den Mitgliedern und Anhängern). Das ist – aller Notwendigkeit einer gesunden finanziellen Basis zum Trotz – einem Verein von Welt unwürdig! Wenn man sich das Motto des FC Barcelona „Més que un club“ (‚Mehr als ein Club‘) ansieht und wie die ganze Club-Kultur dieses Flair auch stolz nach außen transportiert, findet man ein schönes Gegenbeispiel und wird sicher auch ein wenig neidisch. Lange Rede kurzer Sinn: Uli Hoeneß hat seinen Teil zum FC Bayern beigetragen – aber Uli Hoeneß ist nicht der FC Bayern! Dieser Verein ist Legende – und 111 Jahre alt…

Die beiden folgenden Artikel treffen diesbezüglich ins Schwarze:

11 Freunde: Liebe, Obsession, nervige Schwiegermütter

Was Louis van Gaal so mit seinem Co-Trainer Andries Jonker bespricht, wenn niemand zuhört, wissen wir nicht. Der eine oder andere Schwiegermutterwitz dürfte dabei sein. Denn was ist Uli Hoeneß anderes als das – seine Schwiegermutter?
Hoeneß mischt sich ein, er weiß alles besser, er guckt jeden Tag nach dem Rechten, dass er nicht selbst die Betten der Nachwuchsspieler im Internat bezieht, ist ein kleines Wunder. Er müsste loslassen, aber er kann es nicht. Er war 30 Jahre lang der Manager des FC Bayern München, nun als Präsident, befreit vom Alltagsgeschäft, hat er sogar noch mehr Zeit, sich Sorgen zu machen.

Schon Ende 2009 wäre Louis van Gaal fast rausgeflogen, doch dann fügte sich alles zum vermeintlich Guten, zum Double, zur Finalteilnahme in der Champions League. Schwiegermutter Hoeneß lächelte säuerlich – hier schmeckte etwas, das sie nicht gekocht hatte. Wie konnte das sein? Ganz klar: Es muss Zufall gewesen sein. So sieht es Hoeneß offenbar – anders ist die kalte Abservierung des Mannes, der vor einem halben Jahr noch als Trainerfürst verehrt wurde, nicht zu erklären. Er will nun den Verein auf seinen ureigenen Kurs zurückbringen.

Aufregend, zukunftsweisend, irgendwie neu wäre all das nicht. Aber der FC Bayern München steht ja auch nicht im Verdacht, zur Avantgarde gehören zu wollen. Dazu müsste er die Veränderung lieben und nicht die Wiederholung des immer Gleichen.

Uli Hoeneß hat es versäumt, seinen Verein zum Karriereziel einer neuen Trainergeneration zu machen. Erbarmungslos vorwerfen kann man ihm das nicht. Dieser Mann liebt. Und merkt nicht, was er mit seiner Liebe erdrückt.

… wobei man (gerade wenn man Hoeneß bisserl näher kennt) wohl eher von reichlich eitler Obsession sprechen muss, als von der „wahren selbstlosen Liebe“…

Oder er behält Louis van Gaal doch. Diesen knorrigsten aller Schwiegersöhne. »Ein Kuss für die Muttis!«, brüllte das Feierbiest im letzten Mai am Marienplatz. Ein großer Muttertag, auch für Uli Hoeneß. Er müsste diese etwas andere Liebe bloß zulassen.
Und in diesem speziellen Fall wäre es tatsächlich Avantgarde, beim Alten zu bleiben.

Die Zeit: Bayern hat Louis van Gaal nicht verdient

Van Gaal hingegen schreckt nicht vor Attacken auf seine Chefs zurück. Auch nicht davor, Rummenigge im Flugzeug in die letzte Sitzreihe zu schicken.

Hoeneß ist für den Aufstieg des FC Bayern zur Weltmarke verantwortlich, er hat seinem Unternehmen zudem das Familiäre bewahrt. Durch eine sportliche Leitidee ist er nie auffällig geworden, Taktik hält er für überschätzt. Zur Erinnerung: Hoeneß hätte van Gaal im November 2009 Jahr fast entlassen, im Mai 2010 wäre der FCB fast Europapokalsieger geworden. So viel zum Thema Weitsicht.

Das Erfolgsmodell Hoeneß ist das von Dagobert Duck: kaufen, kassieren, kaufen. Hauptsache, der FC Bayern hat die besten und teuersten Spieler. Sein ehemaliger Mitspieler Jupp Kapellmann sagte über ihn: „Der ist halt ein Schwabe, der verkauft auch seine Großmutter.“

Van Gaal hat sein eigenes Modell, man könnte auch sagen, er versteht mehr vom Fußball als Hoeneß. Und er zeigt das offen.

Zum ersten Mal seit dieser Zeit gewinnt der Verein, nicht nur der beliebteste im Land, sondern auch der meistgehasste, Sympathien über seine Grenzen hinweg. Der Grund heißt van Gaal, weil er jugendlichen, offensiven Fußball spielen lässt. Weil der Holländer ein Fußballlehrer ist, von dessen Sorte es in Deutschland wenige oder sogar gar keinen gibt.

Ultras gegen Mubarak – Nachspielzeit

Wir hatten ja während der Revolution in Ägypten auf die Rolle der Ultras bei den Potesten hingewiesen. Bei den ersten (Freundschafts-)Spielen nach Mubaraks Rücktritt gedachten die Fans von Al-Ahly und Zamalek nun den Menschen, die bei den Demonstrationen gegen das Regime ihr Leben ließen.

Ultras gegen Mubarak

Anfang letzten Jahres präsentierten wir Euch hier auf dem GDS-Blog zwei Videos von der Anhängerschaft des ägyptischen Vereins al-Ahly. Dass uns die Ultras Ahlawy als führende Gruppe der dortigen Fanszene nun in der Berichterstattung über die Proteste gegen das Regime Husni Mubaraks erneut begegnet, hat uns allerdings doch etwas überrascht. Unter dem Titel „Die ägyptische Fußballrevolution“ berichtet die Schweizer Zeitung 20 Minuten auf ihrer Website über die Beteiligung der Fans an den täglichen Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit den angeheuerten Schergen des Regimes. Die Ultras verteidigten zusammen mit Anhängern des Lokalrivalen Zamalek und weiteren Aktivisten die bis dahin weitgehend friedlichen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz gegen die von der Regierung initiierte Gegenbewegung, errichteten Straßenbarrikaden und kümmerten sich um eine effektive Organisation der Abläufe auf dem Platz. In einem Land, in dem aufgrund des nunmehr fast zwei Dekaden andauernden Ausnahmezustands selbst gewöhnliche Straßendemonstrationen verboten sind, bilden die Ultras die einzige Gruppe unter den Demonstranten, die über eine gewisse Erfahrung in der offenen Konfrontation mit den staatlichen Repressionsorganen verfügt. Im Zuge einer Auseinandersetzung letztes Jahr bei der die al-Ahly Ultras eine Polizeisperre überrannten, die sie daran hindern sollte, Pyrotechnik und Zaunfahnen mit ins Stadion zu bringen, meinte ein führendes Mitglied der Gruppe: „ Es gibt keinen politischen Wettbewerb [in Ägypten], also findet der Wettbewerb im Fußballstadion statt. Wir tun, was wir tun müssen, gegen Regeln, die wir für falsch halten.“
Der Fußball ist neben der Religion eine der beiden Parallelwelten, in die sich die Ägypter fliehen können, um der politischen und wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit in ihrem Land zu entkommen.
„Fußball ist größer als Politik. Es geht dabei um Wirklichkeitsflucht. Der durchschnittilche Ahly-Fan, ist ein Typ mit einer Einzimmer-Wohnung, die er sich mit seiner Frau, der Schwiegermutter und fünf Kindern teilt. Er verdient den Mindestlohn und sein Leben ist scheiße. Das einzig positive in seinem Leben, sind die zwei Stunden am Freitag an dem er ins Stadion geht und Ahly sieht, sagt ein Capo der Ultras Ahlawy, „die Menschen hier leiden, aber wenn Ahly gewinnt, dann lachen sie.“

Die Ultras tragen also einen gewichtigen Teil zum Gelingen der Proteste gegen Mubarak bei. Folgt man dem beliebten Blogger Alaa Abd el-Fattah sogar den Wichtigsten. Bei einem Interview mit dem katarischen Sender al-Jazeera witzelte er: „Die Ultras haben bisher eine bedeutendere Rolle als irgendeine politische Gruppierung gespielt. Vielleicht sollten wir sie fragen, ob sie nicht das Land regieren wollen?“

Hat Tip: mideastsoccer

Weitere Hintergründe zu Fußball und Politik in Ägypten bieten folgende sehr hörenswerte Radio-Reportage (leider nur auf Englisch): The Power and the Passion sowie der obenstehende Link zum Blog von James M. Dorsey.